Renaturierungsmaßnahmen Emsbürener Fleckenbach im neuen Bett

Bagger schaffen eine neue Aue im Mündungsbereich von Fleckenbach und Ems. Foto: Landkreis EmslandBagger schaffen eine neue Aue im Mündungsbereich von Fleckenbach und Ems. Foto: Landkreis Emsland

Emsbüren. Der Fleckenbach in Emsbüren ist nicht mehr wiederzuerkennen: Ein neues Bachbett und eine große, neue Aue im Mündungsbereich der Ems lassen aus dem eingezwängten Bachlauf wieder ein naturnahes Gewässer werden. „Tiere und Pflanzen werden sich den neuen Lebensraum nun zurückerobern“, sagt Landrat Reinhard Winter.

Was passiert, wenn ein ausgebauter Bach und das Hotspotprojekt „Wege zur Vielfalt“ – das die biologische Vielfalt fördern soll – aufeinander treffen, ist an diesem Beispiel deutlich zu sehen. Die in den vergangenen zwei Monaten an einem 1,5 Kilometer langen Abschnitt des Fleckenbachs bei Bernte (Gemeinde Emsbüren) durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen, haben den „traurigen Zustand“ des Fleckenbachs nun beendet, erläutert Bernhard van der Ahe, Vorsitzender der Naturschutzstiftung.

Bislang verhinderten zwei Betonquerbauwerke ein Wandern von Wasserlebewesen. Die Sohle des Baches war auf weiten Abschnitten in Beton eingefasst und der begradigte Gewässerlauf glich einem Kanal. Bagger haben nun ein naturnahes Bachbett gegraben und die Querbauwerke beseitigt, sodass sich die Wassertiere nun ungehindert im Bach bewegen können, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreis Emsland.

Ein besonderes Stück Natur ist dem Fleckenbach dort zurückgegeben worden, wo er in die Ems mündet. „Erfreulicherer Weise ist es dem Landkreis Emsland gelungen, zwei Hektar Land zu erwerben und diese mit weiteren eigenen zwei Hektar Land der natürlichen Entwicklung des Flusses zur Verfügung zu stellen“, sagt Winter.

Amphibien und Libellen

Hier besteht die Chance, das Ems und Fleckenbach eine natürliche Aue ausprägen. Dazu wurde auf großer Fläche ein neues Bachbett gegraben. Zwei Teiche und großflächige Bereiche, so genannte Bermen, die nur bei Hochwasser überflutet werden, wurden ausgebaggert. Das wird Amphibien und Libellen einen neuen Lebensraum geben. Die ausgebaggerten Bermen bieten zusätzlich Raum für Hochwasser.

Einige Bereiche der neuen Aue sollen mit Weiden, Erlen und heimischen Sträuchern bepflanzt werden. In einer gemeinsamen Initiative von Landkreis Emsland, Schülern aus Emsbüren und der Jägerschaft Lingen soll die Pflanzaktion in den kommenden Wochen starten.

Finanzierung

Finanziert wurden die umfangreichen Maßnahmen mit Fördergeldern aus dem Bundesprogramm „Hotspots der Biologischen Vielfalt“, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland. Der Gewässerunterhaltungsverband 94 „Große Aa“ stellten zudem die nötigen Gewässerrandstreifen zur Verfügung, die eine neue Bachbettgestaltung ermöglichten.


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