Familienfriedhof Breversundern Lingener Erinnerungen hinter schmiedeisernem Tor

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Lingen. Windstill ist es an diesem Herbsttag, die Nachmittagssonne schickt ihre letzten wärmenden Strahlen durch die sich lichtenden Bäume auf den Waldfriedhof Beversundern. Beim Vorbeifahren am nahen Golfplatz ist er kaum wahrnehmbar. Hin und wieder unterbrechen Laute der Treibjagd die Stille. Graf Franz von Galen öffnet die schwarze, eiserne Pforte und erzählt über die Geschichte und Grabstätten des Familienfriedhofs.

Anlässlich des Todes von Franz-Heinrich Graf von Galen, der 1940 an der Westfront starb, wurde dieser Friedhof seinerzeit angelegt. „Er war der Bruder meines Großvaters.“ Der Friedhof wurde als solcher auch eingetragen und durch den damaligen Bischof von Osnabrück, Wilhelm Berning, geweiht.

Dem ersten Grab folgten weitere, „sodass hier jetzt mittlerweile mehrere Generationen bestattet liegen“, sagt Franz von Galen. Die ursprünglich kleine Friedhoffläche musste ständig erweitert werden, denn elf Nachkommen der Familie von Galen sind hier bestattet.

Der Sandsteinaltar

1967, im Todesjahr des Grafen Wilderich, „meines Großvaters“, erhielt der Friedhof einen Sandsteinaltar, dessen Vorderfront das Wappen der Familien ziert. Das Hochzeitswappen der Großeltern zeigt eine Adelskrone, die Grafenkrone mit neun Zinken, zudem zwei Schlüssel als Symbol der „Macht, um Türen zu öffnen.“ Sechs Wolfsangeln als Teil des von Galenschen Hauswappens weisen auf ein Jagdgerät hin. Das Stammwappen der Familie von Schorlemer zeigt einen schrägrechten Wechselzinnenbalken.

Das in Oberammergau geschnitzte Holzkreuz mit dem Kruzifix, hinter dem Altar stehend, dient als Zeichen des Glaubens, der Hoffnung und Auferstehung. Kerzen und das rot leuchtende „Ewige Licht“ auf dem Altar erinnern ebenfalls daran.

Wenn das Kapellenglöcklein schlägt...

Die alljährliche Bittprozession der Kirchengemeinde Maria Königin um Christi Himmelfahrt führt von Altenlingen durch die Flure zum Waldfriedhof, um hier die Eucharistie zu feiern. Dann schlägt auch das wieder instand gesetzte Kapellenglöcklein, jedoch auch sonntags gibt es die Zeit an – oder wenn sie auf Erden abgelaufen ist: zur Beerdigung.

Der Waldfriedhof ist ein Jahreszeitenfriedhof. Nun fällt das Laub, liegt auf den Gräbern, Wegen, dem Altar. „Gestern hätte ich harken können, heute sähe es wieder so aus“, sagt Graf Franz von Galen. Der umhegende Zaun ist, dem Alter geschuldet, „nicht mehr im optimalen Zustand“, sagt er, und weist auf die Umfriedung. „Bevor wir den Zaun komplett erneuern, haben wir genauso, wie es hier in die Natur passt, eine Hecke angepflanzt, die von Jahr zu Jahr weiter zuwächst. Je nachdem, wie sie sich hier in Walde entwickelt, werden wir dann entscheiden, mit welchem Zaun wir den Friedhof umranden. Wir passen uns der Natur an und nicht umgekehrt“, betont der Graf.

Auf und Ab des irdischen Lebens

Der Friedhof wirkt so nicht „eingekesselt“, und die immergrüne Hecke, nicht eckig, kantig geschnitten, symbolisiert das Auf und Ab des irdischen Lebens und das ewige Leben. So wie die Natur sie wachsen lässt, so wie auch die Bäume heranwachsen und absterben, eins sind mit der Natur, so möchte die Familie ihren Friedhof.


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