Rund 20 Leerstände Tieke: Lingen als Großstadt im Kleinen darstellen

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Die Lingener Citymanagerin Nadine Thale und der Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Ludger Tieke, machen sich Gedanken über die Entwicklung der Innenstadt. Foto: Wilfried RoggendorfDie Lingener Citymanagerin Nadine Thale und der Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Ludger Tieke, machen sich Gedanken über die Entwicklung der Innenstadt. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Seit fast exakt einem Jahr ist Ludger Tieke Leiter des Fachbereiches Wirtschaftsförderung und Liegenschaften der Stadt Lingen. Vor rund neun Monaten hat Nadine Thale ihr Amt als Citymanagerin angetreten. Im Gespräch mit unserer Redaktion ziehen die beiden ein erstes Fazit ihrer Arbeit.

Tieke bezeichnet den Zeitraum von einem Jahr als nicht sehr lange. Für ihn und Thale sei es zunächst wichtig gewesen, sich einzuarbeiten und Kontakt mit allen Akteuren zu knüpfen. „Das Citymanagement wurde vorher quasi nebenher von vorhandenem Personal miterledigt“, erklärt Tieke . Trotzdem ist beiden klar, wo die Reise hingehen soll: „Ziel ist eine Innenstadt mit möglichst wenig Leerständen.“

Leerstände in verschiedenen Größen

Thale berichtet von rund 20 leer stehenden Ladenlokalen in der Innenstadt. „Da sind die unterschiedlichsten Größen dabei“, erklärt die Citymanagerin. Problematisch sei der Leerstand des Huesmann-Gebäudes am Ende der Großen Straße. „Hierfür liegt uns keine konkrete Anfrage vor.“ Dabei sei es laut Tieke ein großes Anliegen der Stadt, dort etwas hineinzubekommen. „Dies würde die Attraktivität der Großen Straße deutlich steigern.“ Trotz der Leerstände betrachten Tieke und Thale die Lingener Innenstadt im Moment als sehr gut aufgestellt. „Wir verfügen über eine gute Ausgangslage, um die Leerstände, die es übrigens in jeder Stadt gibt, zu reduzieren“, erklärt Thale.

Derzeit gebe es viel Bewegung in der Innenstadt: Neue Geschäfte hätten sich angesiedelt, andere seien umgezogen, so Thale. Ein Mittel zur Behebung des Leerstandes sehen Thale und Tieke darin, Filialisten, die bislang kein Interesse an Lingen gehabt hätten, aktiv anzuschreiben. Tieke: „Wir wollen im Rahmen des Stadtmarketings überregional werben, auch wenn der Wunsch nach vielen inhabergeführten Geschäften in der Innenstadt besteht.“ Die großen Filialisten hätten oft das Denken, Städte unter 100000 Einwohnern hätten nicht das von ihnen gewünschte Publikum zu bieten.“ Der Wirtschaftsförderer möchte Vertreter dieser Unternehmen nach Lingen locken: „Wir müssen darstellen, was hier los ist und welches Potenzial aus dem Umland kommt – Lingen als die Großstadt im Kleinen.“

Lage und Frequentierung als Problem

Oft sei die Lage der leerstehenden Geschäftshäuser ein Problem: „Viele fragen nach 1a-Lagen. Die sind aber relativ gut belegt“, sagt Thale. Und in der Burgstraße gebe es aus ihrer Sicht erstaunlich wenig Leerstände. Aber die Frequentierung der Burgstraße sei problematisch. Tieke hofft, dass die Baulücke am Ende der Burgstraße dort noch geschlossen wird. Geplant war noch Anfang des Jahres, dass Grundstückseigentümer Hermann Klaas und die Ingenieurgesellschaft Zech dort ein Gebäude errichten. Doch dann hatte sich Zech für eine Investition am Hessenweg und gegen die Burgstraße entschieden. Thale hofft, dass sich der Hotelneubau im Haus der ehemaligen Metzgerei Schomaker positiv auf die Burgstraße auswirkt.

Sind die Preise verantwortlich für die Leerstände in der Innenstadt? Dies sei schwer zu sagen, meint Thale. Und Tieke erklärt: „Die Mieten sind nicht vollkommen überzogen. Wenn das so wäre, würde der Preis sich irgendwann einpegeln.“ „Ein Vermieter“, so Thale, „hat sogar versucht, sein Ladenlokal bis zum Ende des Jahres kostenlos anzubieten – vergeblich.“

Neben der Reduzierung der Leerstände ist es ein Anliegen von Thale, die vorhandenen Einzelhändler zu unterstützen. Dabei könnten schon kleine Maßnahmen helfen. Die Citymanagerin nennt ein Beispiel: „Der Einzelhandel profitiert vom Pöttemarkt. Beim ersten Pöttemarkt in diesem Jahr waren die Stände etwas ungleichmäßig verteilt.“ Lücken auf dem Marktplatz seien zum Nachteil der Großen Straße geschlossen worden. „Da kann man relativ leicht gegensteuern.“

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