Auktion von Studenten Flüchtlingshilfe Lingen erhält 1520 Euro

Von Christiane Adam


Lingen. 1900 Euro beträgt der Erlös einer Auktion von Studenten im Burgtheater in Lingen. Davon erhält die Flüchtlingshilfe des SKM 1520 Euro.

Hutschachteln, Ahornsirup, erzgebirgischer Weihnachtsschmuck, eine Plastik einer Frau im Badeanzug, ein Hochzeitskleid und ein von Kai Pflaume handsignierter Aktenordner – all das und noch viel mehr ist am Donnerstag im Burgtheater unter den Hammer gekommen.

Kunterbunter Abend

Damaris Enders und Simon Klösener studieren Theaterpädagogik im dritten Semester, und mit Unterstützung ihrer Kommilitonen führten die beiden souverän durch einen im wahrsten Sinne des Wortes kunterbunten Abend, an dem allerlei Gegenstände zugunsten der Flüchtlingshilfe des SKM Lingen sowie des Betriebes des Centralkinos versteigert worden sind. Insgesamt 1900 Euro ließen die Gäste da; 380 Euro für das Centralkino und 1520 Euro für den SKM – die prozentuale Aufteilung war zuvor von den Studierenden so festgelegt worden.

So wie auch der gesamte Ablauf der Auktion: „Studium Generale, so heißt diese Woche, die das normale Studium unterbricht und in der soziale, politische oder auch technische Aspekte in den Studiumsablauf einschießen“, sagt Professor Dr. Bernd Ruping, Studiendekan am Institut für Theaterpädagogik (ITP), der gemeinsam mit Benjamin Häring, Lehrkraft für besondere Aufgaben den Studenten des dritten Fachsemesters bei der Ausrichtung dieser Auktion für den guten Zweck zur Seite stand. Dabei herausgekommen ist ein Jahrmarkt der Möglichkeiten mit allerlei schrägen Vögeln.

Blick in die Glaskugel

Wer unsicher war, welches Objekt für ihn bestimmt sein könnte, konnte Madame Sonho bitten, einen Blick in die Glaskugel zu werfen. Gegen ein Handgeld war sie bereit, ihre seherischen Kräfte für die bestmögliche Entscheidung einzusetzen. Wer lieber auf seine Geschicklichkeit vertraute, konnte sich beim Rosenwerfen versuchen. Und wer einfach nur dem Schicksal seinen Lauf lassen wollte, zog ein Los.

Diejenigen, die sich lieber auf ihre eigene Verhandlungsfähigkeit verlassen mochten, konnten knallhart bei der Auktion mitbieten. Alle Gegenstände, die unter den Hammer kamen, waren von Bürgern, Händlern, Lingener Einrichtungen oder auch Firmen gestiftet worden; einige mit zum Teil skurrilen Geschichten, andere schlicht und ergreifend als hochwertige Neuwaren.

Da gab es den Aschenbecher in Form eines Kindergesundheitsschuhs, der einst einer Lingener Geschäftsfrau gehört hatte, die wegen ihrer Kettenraucherei beide Beine amputiert bekam; da gab es ein Hochzeitskleid, bei dessen Vorführen auf der Bühne sogleich jemand zum Heiratsantrag genötigt werden sollte – was derjenige allerdings ablehnte; da gab es fabrikneue Fußmatten, die von Teppichhändlern feilgeboten wurden.

Sogar ein „original New Yorker cheesecake“ versteigert

Selbst ein „original New Yorker cheesecake“ stand zur Versteigerung – den ersteigerte sich ein Geburtstagskind und verteilte ihn großzügig in der Pause. In den Zuschauerreihen kreiste derweil „die Sau“ – ein großes Sparschwein, das mit dem Ruf „Sau her“ angefordert werden konnte und sodann mit Geld gefüllt werden musste.

Beim Klang einer bestimmten Melodie durfte der temporäre Besitzer des Porzellanschweins sich über zwei Karten für ein Rolling-Stones-Musical im Theater an der Wilhelmshöhe freuen; die Sau wurde für den guten Zweck „geschlachtet“.

Mit 1900 Euro wurde der Erlös um satte 500 Euro gegenüber dem des Vorjahres gesteigert, und alle Anwesenden hatten einen Heidenspaß. Der eine oder andere nicht verkaufte Gegenstand findet sich vielleicht noch im Sozialen Kaufhaus bei Reholand, denn dorthin sollten die Restposten gespendet werden.

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