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Chance zur Bewährung Lingen: 20-Jähriger verkauft 389-mal Drogen

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<em>Bewährung unter Auflagen</em> lautet die Entscheidung der Justiz gegen den drogenabhängigen Mann. Symbolfoto: Volkmar SchulzBewährung unter Auflagen lautet die Entscheidung der Justiz gegen den drogenabhängigen Mann. Symbolfoto: Volkmar Schulz

Lingen. Mehr als 20 Minuten brauchte es, bis die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift gegen einen 20-Jährigen, wegen unerlaubten Handels von Betäubungsmitteln in 389 Fällen, verlesen hatte. Das Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Lingen stellte die Schuld des Angeklagten fest und setzte die Entscheidung über eine Jugendstrafe zur Bewährung aus.

Der drogenabhängige Mann wurde für die Dauer der auf zwei Jahre festgelegten Bewährungszeit der Aufsicht eines Bewährungshelfers unterstellt. Ihm wurde auferlegt, 200 Stunden gemeinnützige Dienste abzuleisten, eine ambulante Drogentherapie zu machen und seine Drogenabstinenz regelmäßig nachzuweisen.

Der 20-Jährige zeigte sich geständig, zwischen Januar 2010 und Mai 2012 im Lingener Stadtgebiet regelmäßig Marihuana und Amphetamine an verschiedene Abnehmer aus seinem Bekanntenkreis verkauft zu haben. Auch wenn es sich zumeist um kleine Mengen gehandelt habe, so summierte sich die Gesamtmenge der veräußerten Weichdroge über den langen Zeitraum auf etwa 1400 Gramm. Seine kriminellen Geschäfte wurden von der Polizei per Telefonüberwachung verfolgt.

„Ich habe Amphetamine genommen, um Spaß zu haben, und Marihuana geraucht, um wieder runterzukommen“, erklärte der 20-Jährige .

Früher Tod der Eltern

Nach dem frühen Tod der Eltern hatte er mit 15 Jahren begonnen, Marihuana zu nehmen, und brachte es schließlich auf zwei bis drei Gramm pro Tag. In den letzten vier Monaten vor seiner Festnahme im Mai 2012 hatte er eigenen Angaben zufolge bereits begonnen, auch Kokain und Heroin zu konsumieren. Um seinen eigene Sucht finanzieren zu können, habe er selbst Drogen an Freunde weiterverkauft.

Die Jugendgerichtshilfe verwies auf den zurzeit zielstrebigen Lebensweg des 20-Jährigen, der regelmäßig eine Berufsschule besucht und nebenbei ein Jahrespraktikum absolviert.

„Die Taten stehen im Zusammenhang mit der Drogensucht des Angeklagten, sein Geständnis ist von Reue und Einsicht getragen“, betonte der Vorsitzende Richter und ergänzte: „Sie müssen zeigen, dass Sie selbst in der Lage sind, sich aus dem Drogensumpf zu kämpfen.


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