Altlasten der Bundeswehr Bodensanierung im Lingener Emsauenpark bis Weihnachten

Im Bereich der geplanten Wasserfläche und des im Vordergrund zu sehenden Areals sind rund 850 Quadratmeter mit Rückständen aus einer alten Bundeswehr-Tankstelle verunreinigt. Foto: Caroline TheilingIm Bereich der geplanten Wasserfläche und des im Vordergrund zu sehenden Areals sind rund 850 Quadratmeter mit Rückständen aus einer alten Bundeswehr-Tankstelle verunreinigt. Foto: Caroline Theiling

Lingen. Bei den Bauarbeiten zur im Emsauenpark geplanten Wasserfläche sind Rückstände aus einer alten Tankstelle der Bundeswehr gefunden worden. Der Sachverständige Karl-Heinz Lüpkes aus Meppen und Lingens Stadtbaurat Lothar Schreinemacher erklärten rund 15 Anwohnern jetzt vor Ort, was genau gefunden wurde und welche Maßnahmen geplant sind.

Aus der alten Tankstelle auf dem ehemaligen Kasernengelände sei Benzin versickert , so Lüpkes. „Das liegt auf einer Fläche von etwa 850 Quadratmetern wie ein Fettauge auf dem Grundwasser“, stellte er das Problem bildlich dar. Betroffen sei sowohl der östliche Bereich des geplanten Regenrückhaltebeckens als auch die angrenzende Bodenfläche hin zum geplanten Nahversorgungszentrum.

Boden und Grundwasser reinigen

Vorgesehen sei nun, den Oberboden abzutragen. Die Verunreinigung befinde sich in etwa drei Metern Tiefe. „Danach wird der Abtrag in belasteten und unbelasteten Boden getrennt“, erläuterte Lüpkes. Der belastete Boden würde abgedeckt bis zum Abtransport auf der Sanierungsfläche gelagert. Der Sachverständige rechnete mit rund 2000 Tonnen Bodenmaterial, dass entsorgt werden müsse. Zum Abschluss der Sanierung würde die Fläche mit Füllsand und dem unbelasteten Boden wieder aufgefüllt.

Parallel hierzu käme eine Grundwasserreinigungsanlage zum Einsatz. Durch verschiedene Verfahren, unter anderem Aktivkohlefilter, würden die Benzinrückstände vom Wasser getrennt. „Das restbelastete Wasser soll durch eine eigene Leitung zur Kläranlage am Langschmidtsweg zur endgültigen Reinigung gepumpt werden.“ Es werde aber geprüft, ob ein Teil des Wassers auch durch Regenwasserkanäle zur Kläranlage transportiert werden könne.

Zu Weihnachten eine saubere Fläche

Das Zeitziel sei, „tapfer gerechnet“, zu Weihnachten eine saubere Fläche zu haben, erklärte Lüpkes. Während der Sanierungsarbeiten, die im November beginnen sollen, werde das Areal durch miteinander verschraubten Bauzaunelementen abgesperrt. „Es besteht keine Gefährdung für die Anwohner und die Verunreinigungen haben keinen Einfluss auf das Trinkwasser“, versicherte Lüpkes auf Nachfrage einiger Anwohner.

Stadtbaurat Schreinemacher erklärte, dass die Arbeiten im übrigen Gelände des Emsauenparks weiterlaufen würden. „Für die Fertigstellung des gesamten Areals ergibt sich durch diesen ärgerlichen Fund der Altlasten höchstens eine minimale Verzögerung. Zu den Kosten der Sanierung konnte Schreinemacher keine, auch nicht ungefähren, Angaben machen. „Das hängt vom Ergebnis der Ausschreibung, dem tatsächlichen Grad der Verunreinigung und davon, ob wir uns einen Teil des Geldes wiederholen können, ab.“ Die Juristen der Stadtverwaltung müssten nun klären, wer wegen der durch die Sanierung entstehenden Mehrkosten der richtige Adressat sei. „Eine Belastung für die Stadtkasse? Ja. Eine Belastung für die Bürger? Nein,“ schloss Schreinemacher eine Weitergabe der Kosten an die Anwohner kategorisch aus.

Parkplätze, Straßenzustand und Nahversorgung weitere Themen

Einige Anwohner nutzten den Ortstermin, um weitere Themen anzusprechen. So kritisierte ein Anwohner die Parkplatzsituation im Bereich der Scharnhorststraße. Schreinemacher erklärte, pro Einfamilienhaus sei ein Stellplatz gefordert, je Wohnung eines Mehrfamilienhauses 1,5 Stellplätze. „Wir müssen uns nicht an den Planzahlen, sondern am tatsächlichen Bedarf orientieren“, so der Anwohner. Viele junge Familien wohnten dort, bei denen beide Partner berufstätig seien und jeweils über ein Auto verfügten.

Weitere Anwohner forderten, die Straßen im neuen Baugebiet fertig zu asphaltieren und die bereits asphaltierten Straßen zu reinigen. Schreinemacher sagte zu, dies zu prüfen. Die Wege sollten schnellstmöglich mit einer Asphaltschicht versehen werden, die später als Tragschicht für den endgültigen Ausbau genutzt werden könne. Es ergebe jedoch keinen Sinn, die Straßen endgültig auszubauen, solange noch schwerer Baustellenverkehr darüber rolle.

Zum geplanten Nahversorgungszentrum erklärte der Stadtbaurat, dass es zwar interessierte Investoren gebe, aber bislang der Bau daran scheitere, dass bislang kein Betreiber zu finden sei. „Aber es laufen nach wie vor Gespräche.“


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