Freundeskreis ist sich einig 2016 erneut Hilfstransport von Lingen in die Ukraine

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Lingen. Der Lingener „Freundeskreis der Ukrainefahrer“ möchte im Mai oder Juni nächsten Jahres erneut Hilfsgüter in das ukrainische Dorf Juskowzy mit 1300 Bewohnern und die benachbarte Kreisstadt Lanovzy bringen. Darauf haben sich die Mitglieder des Freundeskreises bei einem Treffen in der Halle IV verständigt.

Hinrikus Ude ließ zunächst die Aktivitäten des Freundeskreises in diesem Jahr Revue passieren. Im Mai gab es den ersten Hilfstransport und im September den zweiten. Zudem fuhren im Juni Mitglieder der Gruppe nach Juskowzy, um Geld zu übergeben. Im Jahr 1991 hatten ehemalige Zwangsarbeiter aus Juskowzy, die während der Nazizeit im Reichsbahnausbesserungswerk gearbeitet hatten, erstmals Lingen besucht. Anfang 1992 startete erstmals ein Hilfstransport. Daraus entwickelte sich eine jahrzehntelange Hilfe von Lingenern für den Ort, die auch künftig fortgesetzt wird. Unterstützt werden die Sozialstationen in Juskowzy und Lanovzy, die Schule und der Kindergarten in Juskowzy, die sich in einem Gebäude befinden sowie das Krankenhaus in Lanovzy.

Ude: „Wir hatten eigentlich vor einigen Jahren gedacht, dass wir die Hilfslieferungen einstellen konnten, weil sich die wirtschaftliche Lage verbessert hatte, doch dann kam der Krieg in der Ostukraine mit verheerenden Auswirkungen für die Bevölkerung. Allein im Bezirk Ternopol, zu dem auch Juskowzy gehört, leben 3000 Flüchtlinge in bitterster Armut.“ Viele von ihnen möchten gerne nach Deutschland kommen. Um die Motivation dafür etwas zu mindern, ist es nach Ansicht des Freundeskreises wichtig, den Menschen in der Ukraine zu helfen.

Im September brachten Helfer des Freundeskreises insgesamt neun Tonnen Hilfsgüter in die Ukraine. Das Lingener Fahrschulteam Thorsten Gels hatte einen Lkw samt Anhänger zur Verfügung gestellt. Weitere Mitglieder des Freundeskreises waren mit einem Bulli des DRK Elbergen unterwegs. Wie Ude mitteilte, wurde auch der jüngste Hilfstransport unter der Regie des Roten Kreuzes abgewickelt. Großen Dank zollte Ude der Stadt Lingen für die Übernahme von Kosten. Mehrere Stunden wurden die Helfer laut Ude an der polnisch/ukrainischen Grenze aufgehalten. „Diese nervenaufreibende Angelegenheit war aber vergessen, als wir in die dankbaren Gesichter der Menschen in Juskowzy und Lanovzy blickten“, sagte Hinrikus Ude. Reinhold Diekamp verwies auf die erfolgreiche Kooperation bei den Transporten mit der Kaliningradhilfe der Caritas.

Im nächsten Jahr feiert der Freundeskreis, der sich 1996 gründete 20-jähriges Bestehen. Heinz Humbert, Vorsitzender des DRK Elbergen, verwies darauf, dass der Ortsverband über genügend Kapazitäten verfüge, um schon jetzt Hilfsgüter für den nächsten Transport einzulagern. Benötigt werden vor allem (Winter)-kleidung, Krankenhausbetten aus Metall einschließlich durchgängiger Matratzen, Rollatoren und weitere Gehhilfen. Außerdem bittet der Freundeskreis um gebrauchte Fußballschuhe für den Sportverein in Juskowzy.

Der Freundeskreis würde sich über neue Mitglieder, aber auch über Geldspenden freuen.


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