Mehr als 3000 Schüler in 50 Jahren Fachschule St. Franziskus in Lingen feiert

Von Carsten van Bevern


Lingen. Mehr als 3000 Personen haben in den vergangenen 50 Jahren an der Fachschule St. Franziskus ihre Ausbildung zur Sozialassistentin, zur Erzieherin oder zur Heilpädagogin absolviert – oder zum Erzieher, denn 1974 sind die ersten beiden jungen Männer aufgenommen worden. In dieser Woche wird in der Einrichtung in Lingen-Laxten das 50-jährige Bestehen mit einem Fachtag und am kommenden Samstag mit einem Tag der offenen Tür sowie einem Ehemaligenfest gefeiert.

Seit genau einem halben Jahrhundert bildet die Fachschule St. Franziskus in Lingen-Laxten Frauen und Männer für Erzieherberufe aus – Sozialassistentinnen und Sozialassistenten, Erzieherinnen und Erzieher, Heilpädagoginnen und Heilpädagogen. Begonnen hat alles am 21. April 1965 mit zehn Schülerinnen, genauer gesagt sechs jungen Frauen und vier Ordensschwestern, noch in Thuine, da der Neubau in Lingen-Laxten noch nicht bezugsfähig war. Die Ausbildung zur Kindergärtnerin dauert zu dieser Zeit zwei Jahre, unterrichtet werden Psychologie/Pädagogik, Berufskunde und Jugendhilfe, Jugendliteratur, Deutsch, Gemeinschaftskunde, Naturkunde, Werken, Handarbeit, Kunst und Kulturkunde sowie Hauswirtschaft. Der Unterricht findet an sechs Tagen pro Woche statt, darunter ist ein Praxistag in einem Kindergarten.

Turnhalle und neue Fachräume

Ende März 1966 erfolgt schließlich der Umzug in die neue Fachschule am heutigen Standort in Lingen-Laxten, kurz darauf beginnt das zweite Schuljahr mit 26 neuen Schülerinnen. Nur ein Jahr darauf wird die Ausbildung bereits zum ersten Mal neu geordnet: Die Examinierten heißen ab sofort Erzieherinnen, die Fachschule wird zur „Fachschule für Sozialpädagogik und an die zweijährige Ausbildung schließt sich ab sofort ein berufspraktisches Jahr samt abschließendem Kolloquium an. Ab 1973 können Schüler bei Belegung der Fächer Mathematik und Englisch dort auch die Fachhochschulreife erwerben, eine Turnhalle, eine Bibliothek und neue Fachräume erweitern die Angebote.

Ab 1974 ist die Fachschule schließlich keine rein weibliche Einrichtung mehr: Zum Schuljahr 1974 ist in der Schulchronik – gefettet und mit Ausrufezeichen – die Aufnahme der ersten beiden Herren verzeichnet. Von 1971 bis 1976 werden Hausfrauen und Kinderpflegerinnen auch in einer eineinhalbjährigen Kurzform-Ausbildung zur Erzieherin qualifiziert, 1977 erhält die Schule ihren heutigen Namen und 1978 wird der Antrag zum Aufbau einer heilpädagogischen Aufbau-Klasse genehmigt.

Weiterbildungen für Externe

Weitere kleinere Umbauten und inhaltliche Anpassungen prägen auch die weiteren Jahre. Bis zur Feier des 25-jährigen Bestehens 1990 sind schließlich 1092 Frauen und 42 Männer zu Erziehern sowie 134 Frauen und 12 Männer zu Heilpädagogen ausgebildet worden. Seit 1993 ist der Ausbildung zum Erzieher die zweijährige Berufsfachschulausbildung zum Sozialassistenten vorgeschaltet. Der Neubau der Turnhalle am benachbarten und ebenfalls in Trägerschaft der Thuiner Franziskanerinnen befindlichen Franziskusgymnasiums führt dazu, dass die bisherige Turnhalle des Gymnasiums seit 1996 als „Halle Mirjam“ von der Fachschule genutzt wird. 2004 wird das bisher betriebene Internat geschlossen, zuletzt gab es nur noch vier interne Schüler. Seit 2008 bieten Lehrer der Fachschule unter dem Namen „pfiff“ auch Weiterbildungen für Externe an, im gleichen Jahr wird das ehemalige Internat grundlegend saniert und ab 2008 die Schule baulich komplett neu strukturiert.

Besuch von Bischof Bode 2013

Höhepunkt im Jahr 2013 ist der Besuch von Bischof Bode, der Weihbischof Johannes Wübbe wird jetzt zur Feier des 50-jährigen Bestehens an der Schule erwartet. Zudem waren alle aktuellen Schüler an den Vorbereitungen des Festes beteiligt. „Uns war auch wichtig, das Jubiläum zugleich mit einem Ehemaligentreffen und einem Fachtag zu feiern. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sind schließlich die Basis für unsere Arbeit“, freit sich der aktuelle Schulleiter Ludger Mehring auf die Festwoche.


Das Festprogramm

Ganztägiger Fachtag am Mittwoch, 7. Oktober, unter dem Motto „Erziehungsart – Leben im Dialog“.

Samstag, 10. Oktober: 14 Uhr Festgottesdienst mit Weihbischof Johannes Wübbe, ab 15 Uhr Tag der offenen Tür mit 50 Jahren Schulgeschichte(n), Infos zur Ausbildung, Kaffee und Kuchen, Theateraufführung „Ronja Räubertochter und zahlreichen Mitmachaktionen sowie ab 18 Uhr ein Ehemaligenfest mit einer Zeitreise, Möglichkeit zur Begegnung und einem Imbiss.

Nähere Infos in der Fachschule unter Tel. 0591/9121911.

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