Stück zur Ablehnung von Gewalt Gymnasium Leoninum in Handrup spielt „Jägerstätter“

Schüler, Lehrer und ehemalige Schüler des Gymnasiums Leoninum spielen in der Inszenierung des Stückes „Jägerstätter“ mit, das am 8. Oktober Premiere feiert. Foto: Elisabeth TonderaSchüler, Lehrer und ehemalige Schüler des Gymnasiums Leoninum spielen in der Inszenierung des Stückes „Jägerstätter“ mit, das am 8. Oktober Premiere feiert. Foto: Elisabeth Tondera

to Handrup. Das Theaterstück „Jägerstätter“ feiert am Donnerstag, 8. Oktober, um 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums Leoninum in Handrup Premiere. Weitere Aufführungen gibt es am 10. Oktober um 20 Uhr und am 11. Oktober um 17 Uhr.

Franz Jägerstätter ist zum Vorbild vieler Kriegsdienstverweigerer in der ganzen Welt geworden: Der österreichische Bauer wurde 1943 enthauptet, weil er aus Gewissensgründen den Wehrdienst bei der Wehrmacht verweigerte. Felix Mitterer hat ein Theaterstück über das Leben des lange Zeit als „Drückeberger“ verfemten verfasst, das 2013 uraufgeführt wurde.

Regisseur Hans-Ulrich Sudek hat „Jägerstätter “ in seiner Schulzeit als 16-Jähriger kennengelernt. „Im Religionsunterricht ging es um das Thema Gewissen, und der Religionslehrer leitete die Unterrichtssequenz mit der Lebensgeschichte ,Jägerstätters‘ ein“, erzählt er. Gleichzeitig habe der Sportlehrer die Schüler mit den immer gleichen Worten „Haltet mir das ewige Deutschtum hoch“ zu höheren Leistungen angespornt. „Aus diesem erlebten Spannungsverhältnis heraus ist für mich eine sehr enge Beziehung zur Person Jägerstätter entstanden. Und als ich Felix Mitterers Theaterstück kennenlernte, war es für mich klar, dass ich es für das Schultheater inszenieren würde“, berichtet Sudek.

2007 seeliggesprochen

Das Drama ist halb Fiktion, halb dokumentarisches Theater und insofern ein Stationendrama, das die Person Jägerstätter schlaglichtartig erhellt. Es zeigt verschiedene Episoden aus dem Leben des 1907 unehelich geborenen gläubigen Katholiken, der kein weltabgewandter Spinner und religiöser Sonderling war, sondern mit beiden Beinen im Leben stand. Als Erster in seinem Dorf besaß er ein Motorrad, er wich den Verlockungen der Frauen nicht aus, schob den Kinderwagen durchs Dorf, was damals völlig neu war.

Todesurteil aufgehoben

Auch der Linzer Bischof, bei dem Jägerstätter Rat suchte, versuchte, ihn umzustimmen. Erst viel später wurde er rehabilitiert. 1997 wurde das Todesurteil gegen ihn aufgehoben, 2007 wurde er seliggesprochen.

Jägerstätter war ein Mensch, der Nein sagte, obwohl er wusste, dass es ihn den Kopf kosten würde. Angesichts des Weltgeschehens bekommt diese Haltung eine besondere Bedeutung. Das Stück ist dadurch brennend aktuell und entspricht auch dem Leitbild der Schule, in dem es unter anderem heißt: „Leben aus dem Glauben bedeutet für uns auch die Ablehnung von Gewalt“.

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