70 Jahre Frieden Gedenktafel für den ehemaligen Flugplatz Plantlünne

Von

Ursula Kottebernds (Heimatverein Messingen) (v.l.), Maria Bunge (Heimatverein Lünne) und Antonius Schumacher (Heimatverein Bramsche) haben sich zusammen für die Info- und Gedenktafel eingesetzt. Foto: Jessica LehbrinkUrsula Kottebernds (Heimatverein Messingen) (v.l.), Maria Bunge (Heimatverein Lünne) und Antonius Schumacher (Heimatverein Bramsche) haben sich zusammen für die Info- und Gedenktafel eingesetzt. Foto: Jessica Lehbrink

jleh Lünne. Drei Heimatvereine, ein Anlass – Bramsche, Lünne und Messingen haben eine gemeinsame Geschichte: den ehemaligen Wehrmachtsflugplatz Plantlünne. 70 Jahre nach Kriegsende soll nun eine Info- und Gedenktafel auf dem ehemaligen Flugfeld gegenüber der Mülldeponie Venneberg aufgestellt werden. Sie soll an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern und auch zum weiteren Frieden mahnen. Die Einweihung findet am 3. Oktober um 15 Uhr statt.

1939 bis 1945 – der Tod war in dieser Zeit der ständige Begleiter vieler Menschen. Er war allgegenwärtig, machte keinen Unterschied zwischen Jung und Alt und ließ viele Trümmer zurück – so auch auf dem Flugplatz Plantlünne.

Antonius Schumacher (Heimatverein Bramsche), Maria Bunge (Heimatverein Lünne) und Ursula Kottebernds (Heimatverein Messingen) begannen im Frühjahr 2014 mit der Planung des gemeindeübergreifenden Projektes. „70 Jahre Frieden – das war unser Ausgangspunkt. Doch das Ganze hat mittlerweile ganz neue Richtungen angenommen“, sagt Kottebernds. Gemeint ist damit der Zusammenhang zwischen dem bestehenden Frieden und der derzeitigen Flüchtlingssituation.

Tafel von beiden Seiten beschriftet

Die Tafel ist von beiden Seiten beschriftet: auf der einen mit Informationen zum geschichtlichen Hintergrund des Flugplatzes, auf der anderen mit einem Spruch zum Gedenken an unzählige Opfer des Zweiten Weltkrieges sowie zum Bekenntnis an den Frieden. „Als wir den Spruch gewählt haben, wussten wir noch gar nicht, wie passend er heute sein würde“, berichtet Kottebernds.

Der größte Teil des früheren Flugplatzes liege in Bramsche, ein weiterer in Lünne und ein kleinerer Teil in Brümsel. „Wir brauchten einen Platz, der uns auch geschichtlich alle berührte, und so haben wir den Flugplatz ausgewählt.“ Ein Ort, der nicht nur an die deutsche Luftwaffe, sondern insbesondere an die vielen Menschen erinnert, die dort ihr Leben lassen mussten. „Es gab einige Arbeiter auf dem Flugplatz, darunter KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter“, so Kottebernds. Neben unzähligen Soldaten seien viele von ihnen Opfer des Krieges geworden. Deshalb sei es wichtig, der Opfer zu gedenken.

Bis März 1945 aktiv

Bis zu 120 Flugzeuge und 800 stationierte Soldaten – inmitten des Emslandes erstreckte sich der riesige Flugplatz mit einer Fläche so groß wie 325 Fußballfelder. Aufgrund dieser beträchtlichen Größe konnten die Flugzeuge der Luftwaffe hier problemlos starten und landen. Bis März 1945, also kurz vor Kriegsende, war Plantlünne aktiv und einsatzbereit.

Heute steht auf dem Gelände des Wehrmachtflugplatzes noch einer der Flaktürme, der sich nun in Privatbesitz befindet. Damals wurden hier sowie in Baracken Kriegsflüchtlinge untergebracht – ähnlich der aktuellen Situation. Am Flakturm soll ebenfalls eine kleine Gedenktafel errichtet werden, um an die Geschehnisse zu erinnern.


Viele Programmpunkte auf dem Flugplatz Plantlünne

Zur Einweihung der Info- und Gedenktafel auf dem damaligen Flugplatz Plantlünne am 3. Oktober gibt es einiges zu sehen und zu hören: Symbolisch für 70 Jahre Frieden und den Blick in die Zukunft tritt der Kinderchor „Mess-Singers“ auf. Anschließend sind es auch die Kinder, die als Zeichen für Gemeinschaft eine Linde pflanzen. Gleichzeitig wird das 25-jährige Bestehen der Bundesrepublik Deutschland gefeiert.

Darüber, wie es ist, wenn kein Frieden in der eigenen Heimat herrscht, berichtet Dr. Yahia Dakhel, Arzt im Elisabeth-Krankenhaus Thuine. Er stammt aus Syrien und erzählt aus aktuellem Anlass zum Thema Frieden.

Ein echter Fachmann in Sachen Plantlünne und seiner Historie ist Joachim Eickhoff. Der ehemalige Lehrer und Gründer der Vermisstensuchgruppe Ikarus informiert ausführlich zu den damaligen Ereignissen der deutschen Luftwaffe im Emsland.

Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN