25 Fahrräder repariert Fahrradwerkstatt in Lingen ermöglicht Flüchtlingen Kontakte

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Zusammen mit seinem Enkel Sebastian bildet Franz Josef Eilers (links) ein gutes Reparaturteam. Foto: Julia PolleyZusammen mit seinem Enkel Sebastian bildet Franz Josef Eilers (links) ein gutes Reparaturteam. Foto: Julia Polley

jsp Lingen. Mit viel Interesse guckt ein elfjähriger Junge aus Syrien einem Mann zu, der versucht, das Loch in einem Fahrradschlauch zu finden. Am Samstagvormittag sind zehn ehrenamtliche Helfer in die Fahrradwerkstatt der Marienschule in Lingen gekommen, um für die Aktion „Fahrräder für Menschen in Not“ Fahrräder zu reparieren. Seit dem Frühjahr wurden 253 Räder für die Aktion gespendet.

Der syrische Junge hat viel Spaß am Reparieren und freut sich, wenn er etwas helfen kann. Er ist mit seinen Eltern gekommen, um für seine kleine Schwester ein Fahrrad auszusuchen und fahrtüchtig zu machen. Als er abgeholt wird, möchte er eigentlich los. „Ich kann aber wieder helfen“, sagt er, bedankt sich bei den Helfern und steigt mit einem Lächeln ins Auto.

„Für die Menschen, insbesondere die Flüchtlinge, ist es wichtig, in Kontakt zu kommen und etwas machen zu können“, erklärt Diakon Christian Eilers. „Dieser Workshop sollte dazu beitragen.“ Insgesamt 25 Fahrräder haben die Helfer zusammen mit Bedürftigen am Freitag und Samstag wieder fahrtüchtig gemacht. „Hier in der Marienschule haben wir auch eine optimale Logistik“, erzählt Eilers und führt zwischendurch Fachgespräche über die Geheimnisse eines Dynamos.

„Es macht Spaß hier gemeinsam zu schrauben – und dann auch noch für eine gute Sache“, freut sich Eilers. Sein Neffe Sebastian Kuhr und sein Vater Franz Josef Eilers sind derweil zusammen dabei, ein Fahrrad fahrtüchtig zu machen. „Ich lerne meinen Enkel an“, sagt Franz Josef stolz, während Sebastian eine Probefahrt mit dem Rad macht und sich freut, dass wieder eins fertig ist.

Angebote für weitere Hilfe hat Eilers auch schon bekommen. Einige bieten zudem an, bei sich zu Hause privat Räder zu reparieren. Ansonsten überprüfen Schüler der Marienschule und der Gesamtschule Emsland in Lingen das ganze Jahr über die Fahrräder. Es sind aber auch viele gute Fahrräder abgegeben worden, bei denen dann einfach nur die Reifen aufgepumpt werden müssen. Bei Härtefällen, für die Ersatzteile benötigt werden, unterstützt das Unternehmen Hermann Krone aus Schepsdorf die Aktion.

Da durch die Aktion der Pfarreiengemeinschaft Maria Königin und St. Marien inzwischen sehr viele Fahrräder gesammelt worden sind, müssen diese an unterschiedlichen Orten gelagert werden. Aus diesem Grund erhalten alle Räder eine Nummer und werden auf einer Liste eingetragen, um bei Anfragen von Bedürftigen den Überblick zu behalten. Die Koordination übernimmt der SKM, der Bedürftige betreut und weiß, wer ein Fahrrad benötigt.


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