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Aktion bei Brennelementefabrik Umweltaktivisten blockierten Weg zu ANF in Lingen

Ein knappes Dutzend Umweltaktivisten blockiert seit dem frühen Montagmorgen die Brennelementefabrik in Lingen. Zwischen Demonstranten und Polizei herrscht eine friedliche  Stimmung. Foto: Wilfried Roggendorf.Ein knappes Dutzend Umweltaktivisten blockiert seit dem frühen Montagmorgen die Brennelementefabrik in Lingen. Zwischen Demonstranten und Polizei herrscht eine friedliche Stimmung. Foto: Wilfried Roggendorf.

svm/wrog Lingen. Umweltaktivisten haben am frühen Montagmorgen eine Zufahrt zur Brennelementefabrik von Areva in Lingen blockiert. Auf den Ablauf in der Fabrik hatte das jedoch kaum Auswirkungen.

Clara Tempel sitzt auf der Zufahrtsstraße der Brennelementefabrik und spielt auf ihrer Gitarre. „Wir schließen die Schranke, Atomkraft nein danke“, singt die 19-Jährige gemeinsam mit einer weiteren Demonstrantin. Insgesamt blockieren rund zehn Personen die Straße.

Doch die Schranke hebt sich immer wieder für die Mitarbeiter des Unternehmens, die an diesem Montagmorgen zu Fuß ihren Arbeitsplatz erreichen. „Für eine komplette Blockade reicht die Anzahl der Demonstranten bei Weitem nicht aus“, erklärt Erster Polizeihauptkommissar Klaus Herbers. Der Einsatzleiter vor Ort lässt die jungen Atomkraftgegner gewähren. „Wir wollen nur, dass bei dieser Demonstration die Spielregeln eingehalten werden“, erläutert er. Und dies sei gelungen, verbucht er den Einsatz der Beamten als Erfolg.

Zumindest eines ihre Ziele haben die Aktivisten verfehlt: Auf Facebook hatten die offenbaren Organisatoren der Aktion – das Jugendnetzwerk für politische Aktionen, kurz: JunepA – die Menschen aufgerufen, für eine „effektive“ Blockade möglichst zahlreich zu erscheinen.

Trotzdem ist Clara Tempel ebenfalls zufrieden: „Wir haben unser Ziel erreicht. Die Straße ist blockiert, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Brennelementefabrik sehen sich mit unserer Kritik konfrontiert“, freut sich die Sprecherin der Demonstranten.

Wie lange der Protest vor der Brennelementefabrik andauern wird, ist derzeit offen. „Wir denken vorerst nicht daran, zu räumen“, erklärt Einsatzleiter Herbers. Tempel wiederum verweist darauf, dass die Aromkraftgegner viel Zeit mitgebracht haben, bevor sie wieder in die Saiten ihrer Gitarre greift. „Das Brennelement hat den Atomausstieg verpennt“, singt sie, während die Polizisten, die ebenso wie die Atomkraftgegner seit 5 Uhr vor Ort sind, sich über die Stullen freuen, die Kollegen vorbeigebracht haben.

Die Demonstranten beendeten dann ihren friedlichen Protest gegen Atomkraft kurz vor zwölf Uhr.

In den vergangenen Monaten ist es im Industriepark in Lingen vor dem Betriebsgelände von ANF immer wieder zu Protesten und Demonstrationen gekommen.


ANF in Lingen

Die Gründung erfolgte 1975 als Exxon Nuclear. 1987 verkaufte das US-Unternehmen die Brennelemente-Sparte an Siemens. Es folgte die Umfirmierung zu ANF als 100-prozentige Beteiligungsgesellschaft von Siemens 2001 wurde ANF Teil eines deutsch-französischen Joint Ventures . Mit der Übernahme durch Areva wurde ANF im Jahr 2011 ein französisches Unternehmen. Seit Betriebsbeginn hat die Anlage in Lingen über 30000 Brennelemente für Kernkraftwerke in Deutschland und Europa gefertigt.