Ein Bild von Thomas Pertz
16.09.2015, 14:00 Uhr STADT HÄLT AN PAPIEREN FEST

Aktien der RWE: Mitsprache sichern

Ein Kommentar von Thomas Pertz


Der Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse. Foto: imagoDer Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse. Foto: imago

Lingen. Das Festhalten an den Aktien der RWE sichert der Stadt Lingen weiter ein Mitspracherecht. Darauf sollte sie nicht verzichten, meint der Kommentator.

Mal ganz davon abgesehen, dass es finanztechnisch fragwürdig ist, Aktien zu verkaufen, wenn ihr Wert nahezu am Boden liegt, ist das weitere Festhalten der Stadt Lingen an den Papieren des Energieriesen RWE strategisch sinnvoll.

Natürlich kann sie mit ihrem vergleichsweise kleinen Aktienpaket – dem Landkreis Osnabrück zum Beispiel gehören über zwei Millionen Papiere – keinen substanziellen Einfluss auf die Entscheidungen des Essener Konzerns ausüben. Von ihrem Mitbestimmungsrecht Gebrauch machen kann die Kommune aber schon und das tut sie ja auch.

Den Gesprächsfaden zur RWE nicht abreißen zu lassen ist gerade vor dem Hintergrund der noch offenen Zukunft des Gaskraftwerkes in Lingen zwingend notwendig. Dieses kann zur Gestaltung der Energiewende durchaus noch eine deutlich stärkere Rolle spielen als derzeit.

RWE müsste einen Verkauf der Aktien durch die Stadt Lingen außerdem als Affront empfinden, der eine jahrzehntelange vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle der Kommune und ihrer Bürger konterkarieren würde. Der Kraftwerkspark in Lingen hat die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt entscheidend gefördert und weitere Industrieansiedlungen überhaupt erst möglich gemacht. Auch die haben zum Wohlstand der Kommune beigetragen – und damit zur Gelassenheit im Umgang mit sinkenden Aktienkursen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN