Trotz Kursverfalls Krone: Stadt Lingen hält an RWE-Aktien weiter fest

Unter Druck geraten sind die Aktien der RWE. Foto:  Christian ZachariasenUnter Druck geraten sind die Aktien der RWE. Foto: Christian Zachariasen

Lingen. Die Stadt Lingen wird an ihren 61995 Aktien des Energiekonzerns RWE weiter festhalten. Das betonte Oberbürgermeister Dieter Krone in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Zum Wochenbeginn waren die Aktien des Energiekonzerns, aber auch die von EON, erneut gefallen. Wie der „Spiegel“ berichtet hatte, fehlen den Energiekonzernen Eon, RWE, Vattenfall und EnBW für den Atomausstieg möglicherweise Rückstellungen in Höhe von 30 Milliarden Euro. Dies sei das Ergebnis eines Gutachtens von Wirtschaftsprüfern, die das Bundeswirtschaftsministerium beauftragt habe. Die im Dax notierten Stammaktien von Eon und RWE brachen aufgrund der Meldung weiter ein. Hatte die Aktie im September 2014 noch bei über 30 Euro gelegen, sank ihr Wert inzwischen auf unter elf Euro.

Neben der Stadt Lingen hält auch der Landkreis Emsland ein Aktienpaket von RWE. Er ist Anteilseigner mit derzeit 337940 Aktien. Wie berichtet, hatte die FDP im Kreis den Landkreis aufgefordert, vor dem Hintergrund der gesunkenen Kurse die Papiere abzustoßen. Die Kreisverwaltung hatte die Forderung unter anderem mit dem Hinweis darauf abgelehnt, dass das Aktienpaket für den Landkreis Emsland weniger ein finanzielles Spekulationsobjekt darstelle, sondern vielmehr als strategische Beteiligung zu verstehen sei.

In diesem Sinne äußerte sich auch Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone auf Anfrage der Redaktion. Der Verwaltungschef verwies auf entsprechende politische Beschlüsse in der Vergangenheit. Als „Standortgemeinde“ sei die Stadt Lingen seit vielen Jahren mit der RWE verbunden. Dies drücke sich auch in der 40-prozentigen Beteiligung der RWE an den Lingener Stadtwerken aus. Als Kraftwerks- und Energiestandort der RWE müsse die Stadt ein hohes Interesse daran haben, über das Aktienpaket auch ein Mitspracherecht bei den weiteren Unternehmensentscheidungen zu behalten. Dass die Wertberichtigungen am Aktienmarkt ärgerlich seien, machte Krone gleichwohl ebenfalls deutlich. Das Aktienpaket sei dem Eigenbetrieb Emslandhallen zugeordnet und verschlechtere dort das Betriebsergebnis.


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