Straßennamen im Kulturausschuss Gibt es bald eine Elke-Müller-Allee in Lingen?

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lingen. Fest verbunden mit der Stadt Lingen sind Elke Müller und Harry Kramer. Die SPD-Politikerin und der Künstler haben mit ihrem Wirken Spuren in der Stadt hinterlassen. Damit diese auch weiterhin erhalten und noch deutlicher sichtbar bleiben, hat sich der Kulturausschuss einstimmig in seiner jüngsten Sitzung dafür ausgesprochen, diese Namen bei künftigen Straßenbenennungen zu berücksichtigen. Darüber hinaus soll Elisabeth Selbert eine Straße gewidmet werden.

Von der SPD-Fraktion kam der Antrag, Straßennamen nach verschiedenen Frauen zu benennen, darunter Elke Müller und Elisabeth Selbert. Konkret schlugen die Sozialdemokraten vor, die Rampe von der Bahnunterführung zur Feldstraße mit „Elke-Müller-Allee“ zu bezeichnen. Die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete, die im vergangenen Jahr gestorben ist, habe sich für ihren Einsatz um den Standort Lingen der Hochschule Osnabrück hohe Verdienste erworben, für die sie auch ausgezeichnet worden sei , begründete die Fraktion. Der vorgeschlagene Weg liege zudem direkt am Campus Lingen, hieß es weiter.

Während der Diskussion darüber im Kulturausschuss war man fraktionsübergreifend einig, dass nach der Politikerin eine Straße benannt werden solle. Für die CDU schlug Irene Vehring vor, dass es auch angemessen wäre, eine Straße nach Elke Müller zu bezeichnen, an der einige Häuser stehen. Für die von der SPD vorgeschlagene Rampe mit ihrer Nähe zu Kunsthalle könne man sich auch den Namen von Harry Kramer vorstellen. Die CDU-Fraktion hatte im Vorfeld zur Sitzung den Antrag gestellt, dem aus Lingen stammenden Künstler Kramer ein Andenken in seiner Geburtsstadt zu setzen und eine Straße nach ihm zu benennen. Kramer, der in Lingen geboren und aufgewachsen ist, wäre in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass wurde in der Kunsthalle eine Ausstellung mit Werken des Künstlers gezeigt. Kramer ist der einzige Lingener Künstler, der auf einer Documenta in Kassel ausgestellt hat.

Das Engagement Elke Müllers sowohl für den Campus als auch für die JVA Lingen spreche für die Namensgebung der Rampe, erklärte Ralf Plaggenborg für die SPD. Er konnte aber auch der Argumentation folgen, eine bewohnte Straße zu wählen. Er schlug vor, eine Liste mit allen Namen anzulegen, die für künftige Straßen infrage kommen. Volker Becker (Bürgernahe) konnte sich auch eine Umwidmung eines Straßennamens vorstellen. So könne man die Hinterstraße (zwischen Neuer Straße und Lookenstraße), in der Kramer geboren ist, nach dem Künstler benennen. Für das geplante Quartier um den Alten Hafen sollte seiner Meinung nach der ehemalige Oberbürgermeister Hans Klukkert berücksichtigt werden.

Die Vergabe des Namens von Elisabeth Selbert begründete die SPD-Fraktion mit deren Einsatz für die im Grundgesetz in Artikel drei verankerte Gleichberechtigung. Die1896 in Kassel geborene Politikerin gelte als einer der Mütter des Grundgesetzes. Ihr sei es zu verdanken, dass die Gleichberechtigung in den Grundrechteteil der deutschen Verfassung aufgenommen wurde.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN