Veranstaltung in Schepsdorf Lingen erwartet 271 weitere Flüchtlinge

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Lingen. Die Schepsdorfer Bevölkerung heißt die 30 Flüchtlinge, die zum Jahresende in das frühere Bürogebäude der Telekom in der Kiefernstraße einziehen werden, herzlich willkommen. Das wurde am Montagabend in einer Informationsveranstaltung der Stadt Lingen deutlich.

Wegen des großen Andrangs – es kamen etwa 200 Bürgerinnen und Bürger – wurde die Veranstaltung kurzfristig vom Heimathaus in die nahe gelegene katholische Kirche verlegt.

Ortsbürgermeister Peter Scholz freute sich, dass mit dem Telekom-Gebäude eine bessere Lösung gefunden sei, anstatt, wie ursprünglich vorgesehen, ein Flüchtlingswohnheim im Gewerbegebiet Pöttkerdiek aufzubauen. Erster Stadtrat Stefan Altmeppen teilte diese Einschätzung. Er betonte die Notwendigkeit, die Flüchtlinge in Lingen menschenwürdig unterzubringen. „Es macht mich ein bisschen stolz, wenn ich lese, wie positiv das Ausland die Hilfsbereitschaft in Deutschland beurteilt.“ Er zeigte sich davon überzeugt, dass es der Stadt mit Unterstützung des SKM und vieler Bürger auch künftig gelingen wird, diese Aufgabe zu meistern.

Nach Angaben von Katrin Möllenkamp, Fachbereichsleiterin Bürgerservice, Recht und Ordnung, ist es gelungen, alle 230 Flüchtlinge, die in diesem Jahr bereits nach Lingen gekommen sind, gut unterzubringen. Für diese Leistung gab es Beifall in der Veranstaltung. Bis Ende Januar werden nach ihren Worten weitere 271 Flüchtlinge erwartet. „Es ist nicht zu steuern, welche Menschen zu uns kommen“, sagte Möllenkamp. Der Anteil von Familien in dem von der Stadt bereitgestellten Wohnraum betrage etwa zwei Drittel. Die Fachbereichsleiterin geht davon aus, dass der Anteil der Syrer an der Gesamtzahl der Flüchtlinge weiter zunehmen wird. Möllenkamp zufolge leben derzeit in Lingen insgesamt 745 Flüchtlinge, davon 428 Personen in Wohnraum, der von der Stadt bereitgestellt wurde, und 317 Personen, die in selbst angemietetem Wohnraum leben. Beim von der Stadt angemieteten Wohnraum stellen die Albaner mit 89 Personen die größte Gruppe, gefolgt von den Syrern mit 73 Personen und den Serben mit 48 Personen. Nach Angaben von Altmeppen befinden sich viele junge Menschen unter den Flüchtlingen. „Das ist eine große Chance für uns.“

180 Ehrenamtliche

Günter Schnieders, Fachbereichsleiter Jugend, Arbeit und Soziales, verwies darauf, dass die VHS Sprachkurse für die Neuankömmlinge anbietet. Die Vertreter der Stadt sowie SKM-Geschäftsführer Hermann-Josef Schmeinck zeigten sich überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Lingener. Schmeinck: „Inzwischen engagieren sich 180 Bürger ehrenamtlich.“

Es gab aber auch einige kritische Stimmen in der Veranstaltung. So befürchtete ein Bürger, dass die Stadt bei einem anhaltenden Zuzug der Lage nicht mehr Herr werden könne. Er verwies auf die totale Überfüllung in den Erstaufnahmelagern. Ein weiterer Schepsdorfer wollte wissen, wer abends bei den Flüchtlingswohnheimen für „Ruhe und Ordnung“ sorge. Altmeppen geht nicht davon aus, dass es größere Konflikte zwischen den Flüchtlingen geben wird. „Notfalls werden wir die Streithähne voneinander trennen.“

Im Gespräch mit unserer Redaktion teilten Scholz und Ortsratsmitglied Michael Lammel mit, dass der Ortsrat demnächst die Schepsdorfer Vereine einladen wird, um gemeinsam zu überlegen, wie die Flüchtlinge integriert werden können. Der stellvertretende Ortsbürgermeister Hermann Krone stellte fest: „Wenn es darauf ankommt, hält Schepsdorf zusammen.“


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