Ortsteil gut aufgestellt Holthausen-Biene in Lingen: Bindestrich überflüssig

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Stolz auf den Kreuzweg hinter der Kirche St. Marien im Lingener Ortsteil Holthausen-Biene sind (v. l.) Ortsbürgermeister Uwe Dietrich (CDU), der Vorsitzende der SPD-Ortsratsfraktion Ralf Plaggenborg und Hannchen Heilemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Ortsratsfraktion. Foto: Wilfried RoggendorfStolz auf den Kreuzweg hinter der Kirche St. Marien im Lingener Ortsteil Holthausen-Biene sind (v. l.) Ortsbürgermeister Uwe Dietrich (CDU), der Vorsitzende der SPD-Ortsratsfraktion Ralf Plaggenborg und Hannchen Heilemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Ortsratsfraktion. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Der Lingener Ortsteil Holthausen-Biene ist gut aufgestellt, auch wenn es an der ein oder anderen Stelle noch Optimierungsbedarf gibt. Dies haben im Gespräch mit unserer Redaktion Ortsbürgermeister Uwe Dietrich (CDU), der Vorsitzende der SPD-Ortsratsfraktion Ralf Plaggenborg und Hannchen Heilemann, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Ortsrat Holthausen-Biene, versichert.

Im Gespräch hat unsere Redaktion verschiedene Themen beleuchtet, die in Holthausen-Biene gerade aktuell sind:

Ortskerngestaltung und Dorferneuerung: Vor zwei Jahren ist der Ortskern rund um die Ortsverwaltung komplett neu gestaltet worden. „Nun führen wir einen Idenwettbewerb durch, wie die neue Aktionsfläche genutzt werden kann“, erklärt Dietrich. Plaggenborg weist darauf hin, dass es in der Planungsphase tausend Ideen für die Nutzung gegeben habe, die jetzt „nicht kommen“. Heilemann betont, dass es durchaus schon eine Nutzung gebe. „Wir haben einen Arbeitskreis gebildet, an dem jeder interessierte Holthausen-Biener teilnehmen kann“, freut sie sich auf weitere Vorschläge für die Nutzung der Aktionsfläche. Einig sind sich die drei darüber, dass der neugestaltete Kreuzweg hinter der katholischen Kirche St. Marien großen Zuspruch finde. „Der sucht seinesgleichen und wird auch viel von auswärtigen Gruppen genutzt“, so Dietrich.

Vereinsleben: Das sei in Holthausen-Biene sehr aktiv und habe ein breites Spektrum, äußern sich Dietrich und Plaggenborg übereinstimmend. Heilemann hebt das Engagement aller Vereine bei der Gestaltung des Weihnachtsmarktes hervor. Auf einem guten Weg befinde sich der SV Holthausen-Biene nach den Problemen mit den Finanzbehörden und den Sozialversicherungsträgern. „Der Verein hat die Probleme erkannt und alle Abteilungen haben weitergearbeitet“, heben Heilemann und Plaggenborg den Einsatz der Ehrenamtlichen bei einem Thema hervor, aus dem sich Ortsbürgermeister Dietrich als Vorstandsmitglied des Sportvereins heraushalten muss.

Infrastruktur: Laut Plaggenborg ist Holthausen-Biene mit dem Sportgelände am Biener Busch, der Gymnastik- und Sporthalle in diesem Bereich gut aufgestellt. Dietrich verweist auf die gut genutzten Häuser der beiden Schützenvereine und das Dorfgemeinschaftshaus. „Es gibt einen kirchlichen, einen öffentlichen städtischen und einen Jugendbereich.“ Alle seien fast jeden Tag belegt. Auch das Areal der Landjugend finde großen Anklang und verursache wenig Probleme, sagt Plaggenborg. Gemeinsam mit Dietrich geht er davon aus, das der für 2017 geplante und dringend erforderliche Neubau des Feuerwehrgerätehauses verwirklicht wird. Heilemann wünscht sich vor allem für die Randbereiche des Ortsteils ein schnelleres Internet. „Es ist schon länger die Rede davon, dass dies per Richtfunk jetzt endlich kommen soll.“ Im Ortskern sei die Versorgung gut, so Plaggenborg. „Aber für die Gewerbetreibenden durchaus noch ausbaufähig“, weist Heilemann auf die Situation im Gewerbegebiet „Schüttelsand“ hin.

Verkehr: Dietrich freut sich über die Ergebnisse der Flurbereinigung im Bienerfeld und Neu-Holthausen: Dort sind sehr gute Straßen und Wirtschaftswege entstanden. Plaggenborg betont die Umgestaltung des Ortskerns: „Dadurch ist der Verkehrsfluss auf der Biener Straße deutlich besser geworden.“ Heilemann freut sich über den Ausbau der Radwege am Kanal entlang Richtung Lingen, bedauert aber, dass Neu-Holthausen und das Bienerfeld nicht an das Stadtbussystem „Lili“ angeschlossen sind. Plaggenborg bezeichnet das System als „weiter ausbaufähig“. Dass es von Holthausen-Biene aus eine direkte Busanbindung nach Meppen gebe, hebt Ortsbürgermeister Dietrich hervor.

Flüchtlinge: Über alle Parteigrenzen hinweg begrüßen die Gesprächspartner der Lingener Tagespost diegroße Bereitschaft ihrer Mitbürger, Flüchtlinge in Holthausen-Biene aufzunehmen. Den Standort der geplanten Unterkunft für 30 Flüchtlinge im Garten des Ludwig-Windthorst-Hauses (LWH) halten sie für geeignet. Dietrich: „Das ist zentral in Nähe von Schule, Kindergarten und Nahversorgung gelegen.“ Die Leitung des LWH nehme im Übrigen generell Rücksicht auf Holthausen-Biene.

Plaggenborg erinnert daran, dass es zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge kommen könnte. „Es wird eine neue Runde geben.“ Dietrich erinnert in diesem Zusammenhang an die Ankündigung des Lingener Oberbürgermeisters Dieter Krone, alle Stadt- und Ortsteile gleich mit dieser Aufgabe zu betrauen. „Wir haben derzeit 20 Flüchtlinge und bekommen voraussichtlich 2016 noch 30 weitere.“ Bei der grundsätzlich guten Ankündigung von Krone sei dies für Holthausen-Biene zu berücksichtigen.

Schule und Kindergarten: Die Grundschule soll nach den Worten von Dietrich eine neue Mensa erhalten. Dafür werde die vorhandene Hausmeisterwohnung abgebrochen. „Dass die Grundschule nach wie vor zweizügig läuft, ist erfreulich.“ Ein Problem gebe es mit dem vor zwei Jahren umgebauten Kindergarten. Er wird schon wieder zu klein. 2016 wird es Probleme geben, alle Kinder unterzubringen.

Baugebiete: Hier gehen die Meinungen auseinander: Heilemann sagt, dass alle städtischen Bauplätze entlang der Heinrich-Middendorp-Straße vergeben seien. „Es ist gut, wenn die jungen Leute aus Holthausen-Biene bei uns auch Bauplätze finden.“ Dietrich erklärt, dass er gemeinsam mit der Stadt dabei sei, ein neues Baugebiet zu planen. Das findet nur begrenzte Zustimmung von Plaggenborg: „Wir müssen eine Bedarfsanalyse für die gesamte Stadt machen. Baugebiete auf Vorrat zu schaffen, halte ich für problematisch.“

Heilemann entgegnet, dass von „auf Vorrat“ keine Rede sein könne. „Alle Grundstücke sind innerhalb eines Jahres weggegangen.“ Das sieht SPD-Ortsratsmitglied Plaggenborg anders: „Es gibt mindestens 24 Baugrundstücke in Holthausen-Biene in privater Hand.“ Ursache sei die Verhandlungspolitik beim Ankauf des Baulandes von Landwirten: „Es kann nicht sein, dass jeweils drei Grundstücke den Bauern für den eigenen Bedarf zugesichert werden.“ Plaggenborg betrachtet eine solche Vertragsgestaltung als „Spekulationsgeschäfte für Investoren“.

Nahversorgung: „Es gibt alles in Holthausen-Biene“, betont Ortsbürgermeister Dietrich. Neben den Einkaufsmöglichkeiten suche die ärztliche Versorgung ihresgleichen in vergleichbaren Orten. „Im Ärztezentrum gibt es Allgemeinmediziner, Kardiologen und einen Zahnarzt.“ Er betont: „Durch das Nahversorgungszentrum ist der für mich trennende Bindestrich zwischen Holthausen und Biene im Namen des Ortsteils weg“. Wie Dietrich den Lingener Ortsteil zukünftig geschrieben haben möchte, sagt er aber nicht. „Holthausenbiene“ oder „Holthausen Biene“?

Der Verein Wabe: Für Heilemann ist alles positiv, was der Verein Wabe anfasst. Dietrich erklärt: „Jeder im Ort kennt den Verein.“ Inklusion, Integration, der Mittagstisch für Senioren – der Verein Wabe sei erste Anlaufstelle für alle Mitbürger und „schiebt sehr viel an“. Es sei schön, dass Biene über einen solchen Verein verfüge. Weniger schön sei, dass die Stadt Lingen 2013 die jährliche Förderung des Vereins von 9000 Euro eingestellt habe.

Welche Ziele wären noch wünschenswert? „Altersgerechtes Wohnen“ lautet die Antwort von CDU und SPD. Denn das gibt es in Holthausen-Biene bislang nicht. Die-trich schwebt der Bau mehrerer seniorengerechter Bungalows mit einer kleinen Grünfläche drumherum vor. Plaggenborg hält hingegen den Bau eines Hauses für eine Senioren-Wohngemeinschaft für „sehr spannend“.

Wie geht es weiter? Zunächst mit dem Bürgerempfang am Samstag, 19. September 2015, zu dem der Ortsrat Holthausen-Biene einlädt. Gastrednerin wird Anette Große-Heitmeyer (CDU) sein. Die Bürgermeisterin von Westerkappeln hat ihre Wurzeln als Tochter des Landwirtes Meß in Holthausen-Biene.


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