Feuchte Augen im Schlachthof Fitzsimmons rührt das Publikum in Lingen

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Gefühlvoll und mit geschlossenen Augen: William Fitzsimmons im Alten Schlachthof in Lingen. Foto: André PartmannGefühlvoll und mit geschlossenen Augen: William Fitzsimmons im Alten Schlachthof in Lingen. Foto: André Partmann

Lingen. William Fitzsimmons‘ Songs gehen unter die Haut: Wenn der US-Amerikaner die Saiten seiner Gitarre anspielt und auf überaus emotionale Weise die Zeilen seiner Lieder singt, dann kann es schonmal vorkommen, dass die Augen im Publikum feucht werden. Am Samstag hat Fitzsimmons im Alten Schlachthof in Lingen gespielt – und begeistert.

Im großen Konzertraum des Alten Schlachthofes ist es auf einmal ganz still. So still, dass man in jenem Moment wohl eine Stecknadel hätte fallen hören können. Gerade eben hat William Fitzsimmons die Bühne betreten. Der US-Amerikaner wirkt unscheinbar, obwohl sein Aussehen doch eigentlich etwas ganz anderes vermuten lassen müsste: William Fitzsimmons steht da mit seinem großen langen Bart, einer dunklen Brille und mit Glatze. Am Flughafen bringt ihm das häufiger intensivere Sicherheitskontrollen ein, verriet er erst kürzlich in einem Interview.

Persönliche Schicksale

Wenn William Fitzsimmons aber erst einmal seinen Platz auf der Bühne gefunden hat, dann scheint der schüchterne US-Amerikaner plötzlich doch ganz groß: Auf den ersten Blick wirken seine melancholischen Lieder, als handeln sie vom Glück, Freude oder Zuversicht. Taucht man aber ein in den Ursprung der Textzeilen, so wird deutlich, dass das Gegenteil der Fall ist: Fitzsimmons verarbeitet in seinen Liedern persönliche Schicksale wie etwa die Trennung seiner Eltern, den Selbstmord seiner Mutter oder die Phase, in der er selbst an Essstörungen litt.

William Fitzsimmons Publikum kann sich mit dieser Art von Liedern identifizieren. Kein Wunder also, dass der Sänger seine Zuhörer im Alten Schlachthof bereits mit dem ersten Lied in seinen Bann zieht. Gefühlvoll, zumeist mit geschlossenen Augen, singt er die einzelnen Textpassagen seiner Balladen. Begleitet von einem Keyboard und einer weiteren Gitarre entsteht so eine Stimmung, die die Zuhörer bewegt. Im Publikum sind nach den ersten drei Liedern mehr als ein Dutzend feuchte Augen zu sehen. Wohl selten war ein Auftritt im Lingener Jugend- und Kulturzentrum emotionaler.

Zwei Stunden

Fast zwei Stunden spielte William Fitzsimmons im Alten Schlachthof seine größten Hits. Unter ihnen waren auch zahlreiche Songs aus dem Album „The sparrow and the crow“, das nach Veröffentlichung als bestes US-amerikanisches Singer-und-Songwriter-Album bei Itunes ausgezeichnet wurde. Aber auch einige seiner aktuellen Singles durften während des Auftritts nicht fehlen.

William Fitzsimmons bestätigte bei seinem Gig den sympathischen, schüchternen Ersteindruck, den man als Zuhörer am Anfang der Show von ihm gewann: Immer wieder betont der gebürtige Pittsburgher, wie sehr er sich darüber freue, in Lingen zu spielen. Solche Konzerten seien nämlich immer „etwas ganz Besonderes“. Das sah auch sein Publikum so.

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