Was Künstler bewundern Gruppen-Ausstellung „J‘adore“ in der Lingener Kunsthalle

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Lingen. Was haben wachsende Bohnen und Kürbisse, schwarz-weiße kindliche Objekte in einer Vitrine mit der Geschichte von Alice im Wunderland und dem Make-up von Angela Merkel gemeinsam? Antworten auf diese Fragen findet man in der Gruppen-Ausstellung mit dem Titel „J’adore“ (ich bewundere), die am vergangenen Freitag in der Lingener Kunsthalle eröffnet worden ist.

Grundlage der Ausstellung war die Aufforderung von Meike Behm, Direktorin der Kunsthalle , auf künstlerische Art und Weise die Bewunderung einer Person oder eines Kunstwerkes auszudrücken. Die elf teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler durften dabei frei entscheiden, wem gegenüber sie eine Huldigung ausdrücken möchten und in welchem Medium sie dabei arbeiten. Herausgekommen ist dabei ein „qualitativ hochwertiges Kunstspektrum“ , wie es der Vorsitzende des Kunstvereins, Peter Leuschner, bei der Eröffnung formulierte. Sein Dank neben den bekannten Sponsoren insbesondere der Stiftung Niedersachsen, deren Förderung diese Ausstellung erst ermöglicht hat.

Die Künstler haben ihre Bewunderung als Malerei, Installation, Fotografie, Objekt oder Skulptur zum Ausdruck gebracht. Exemplarisch seien die oben genannten Werke näher erläutert. In einem Gemeinschaftswerk zollen Haegue Yang und Peter Lütje dem belgischen Künstler Jan Van Eyck Tribut, indem sie ein Herbarium erstellen und Pflanzen zum Blühen bringen. Van Eyck hat, möglicherweise mit seinem Bruder, den Genter Altar erschaffen. Darauf befindet sich auf der Mitteltafel eine vielfältige Welt aus exotischen Pflanzen. In Lingen hingegen haben die beiden Künstler sich mit Bohne und Kürbis für heimische Pflanzen entschieden.

Mit seinen Spiegeln regt der Frankfurter Felix Kultau zur Reflexion und zur Suche nach dem eigenen Ich ein. Die Anordnung der Spiegel lässt die Wahrnehmung zur Illusion werden. Ist es nur ein Spiegel, oder schaut man ganz einfach hindurch wie „Alice im Wunderland“, die darüber philosophiert, wie wohl die Welt hinter dem Spiegel aussieht?

In der Technik Make-up auf Leinwand hat Simon Fujiwara fünf Bilder in hautfarbenen Tönen erstellt. Zuvor hatte er die Make-up-Assistentin von Bundeskanzlerin Merkel gefragt, welche Produkte sie täglich in ihrer Funktion als Kanzlerin verwendet. Somit drückt Fujiwara nicht die Bewunderung gegenüber der Person aus, sondern gegenüber dem Phänomen, jeweils neu in eine Rolle zu schlüpfen.

Claus Richters Hommage richtet sich an die Anfänge der Kunstgewerbeschulen Anfang des 20. Jahrhunderts. In einer Vitrine zeigt er schwarz-weiße Objekte, die auf Fotografien aus dieser Zeit basieren und in ihrer Ausführung an Kinderspielzeug erinnern.

Hinter der Wand zur Fensterseite finden Besucher eine kleine Bibliothek mit Ansichtsmaterial zu den ausstellenden Künstlern sowie zu den Werken und Institutionen, gegenüber denen sie eine Hommage formuliert haben. Wer sich nicht selbst dort informieren möchte, sollte die Chance auf eine Führung nutzen.

Peter Leuschner nutzte die Eröffnung für einen Dank an Evelyn Adam, die zum 1. September ihre Stelle als Leiterin der Kunstschule in Lingen aufgibt, um eine Vollzeitstelle an der Kunstschule in Osnabrück anzutreten. „Sie haben die Kunstschule nicht nur geleitet, Sie haben sie auch erheblich weiterentwickelt“, so Leuschner.


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