Politischer Besuch in Lingen Ministerin Rundt von „Gelingen“ beeindruckt

Gut gelaunt räumten sie Barrieren aus dem Kopf (von links): Werner Becker, Gerd Will MdL (SPD), Ellen Becker, SPD-Ortsverbandsvorsitzender Andreas Kröger, Daniela De Ridder MdB (SPD), Erster Stadtrat Stefan Altmeppen (CDU), Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD), Vereinsvorsitzende Ingrid Hermes, Maria Jezersek und die Kreistagsabgeordneten Bernhard Bendick (SPD) sowie Carsten Primke (SPD). Foto: Sebastian von MelleGut gelaunt räumten sie Barrieren aus dem Kopf (von links): Werner Becker, Gerd Will MdL (SPD), Ellen Becker, SPD-Ortsverbandsvorsitzender Andreas Kröger, Daniela De Ridder MdB (SPD), Erster Stadtrat Stefan Altmeppen (CDU), Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD), Vereinsvorsitzende Ingrid Hermes, Maria Jezersek und die Kreistagsabgeordneten Bernhard Bendick (SPD) sowie Carsten Primke (SPD). Foto: Sebastian von Melle

Lingen. Im Rahmen des inklusiven Stadtfestes des Christophorus-Werkes Lingen (wir berichteten) hat die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) auch die Geschäftsstelle des Vereins Gelingen in der Burgstraße besucht.

Vereinsvorsitzende Ingrid Hermes stellte die Aktivitäten der rein ehrenamtlich aufgestellten Einrichtung vor, das sich der Bildungsarbeit, Freizeitgestaltung und Betreuung von Senioren verschrieben hat. An dem Treffen nahmen auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela De Ridder und der Erste Stadtrat Stefan Altmeppen teil.

Etwa 50 Frauen und Männer im Alter von 70 bis 90 Jahren seien hier „gemeinsam für Lingen und das Emsland“ tätig, so das Motto des 2008 gegründeten Vereins. Dabei gebe es unterschiedliche Arten des Ehrenamts, sagte Hermes. „Neben den traditionell Orientierten gibt es Querdenker, aber auch Visionäre, die eine politische Veränderung anstreben, sowie die sogenannten neuen Ehrenamtlichen, die eine Aufwandsentschädigung für die Arbeit erwarten.“

Beim Nachbarschaftsprojekt „Wir helfen unseren Senioren“ bekommen freiwillige Helfer für ihre Unterstützung in Haushalt und Garten, Fahr- und Begleitdienste so ein kleines Zusatzentgelt zu ihrer oft schmalen Rente. Auch die Beratung durch „Seniorenkümmerer“ und das Angebot „Mobiler Einkaufswagen“ seien ein Gewinn für die Selbstbestimmung und die Geselligkeit im Alter, betonte Hermes.

Werner Becker, Teamleiter Seniorenkino, berichtete, dass die Veranstaltungsreihe mit Kaffee und Kuchen im Filmpalast regelmäßig großen Zuspruch finde. „Da kommen 150 bis 200 Leute zusammen.“ Auch Ellen Becker und Maria Jezersek haben bei Gelingen ihren Platz gefunden und schätzen vor allem, dass hier etwas gegen die Vereinsamung der Gesellschaft getan werde.

Betriebs-Tagespflege vorgeschlagen

Ministerin Rundt interessierte sich für die Möglichkeiten für Senioren, in den Außengebieten der Stadt zu wohnen und mobil zu bleiben. Erstaunt nahm sie zur Kenntnis, dass der Verein, dessen Einzugsgebiet bis Haselünne und Meppen reicht, keine Zuschüsse des Landkreises bekomme. Erfreut zeigte sie sich über die hohe Qualifikation der „Seniorenkümmerer“ und regte neue Formen der Betreuung an: „Große Firmen haben eigene Kindergärten, warum nicht auch eine Betriebs-Tagespflege für alte Menschen?“ Daraufhin schlug De Ridder vor, einen entsprechenden Preis auszuloben.

Großes Interesse zeigten beide Politikerinnen auch bei der Frage, ob es bereits Pläne für Mehrgenerationen-Wohnprojekte in Lingen gebe. Exkursionen zu bestehenden Initiativen konnten sie sich durchaus vorstellen, da eine Bedarfserhebung oder Ausschreibung wenig sinnvoll sei, solange die Idee dahinter nicht hinreichend bekannt sei. „Da sehe ich auch mögliche Synergien mit dem wachsenden Campus“, meinte De Ridder, und Sozialministerin Rundt schlug einen entsprechenden Runden Tisch vor.

Der Grafschafter Landtagsabgeordnete Gerd Will (SPD), durch dessen Vermittlung das Gespräch zustande gekommen war, wandte sich abschließend an Stefan Altmeppen und sagte: „Gratulation an die Stadt Lingen, dass Sie so eine Einrichtung haben. Behüten Sie sie gut!“


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