Keine neuen Schüler seit 2013 Bedenken wegen Schließung der Förderschule in Freren

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Freren. 94 Schüler besuchen derzeit die Paul-Moor-Förderschule (PMS) mit dem Schwerpunkt Lernen in Freren. Aufgrund der Landesvorgaben zur Inklusion allerdings mit abnehmender Tendenz: Seit zwei Jahren werden keine Kinder mehr eingeschult, sondern an Grund-, Haupt- Real- und Oberschulen unterrichtet. Bedenken an dieser Regelung äußerten jetzt mehrere Mitglieder des Schulausschusses der Samtgemeinde bei ihrem Besuch an der PMS.

„Nicht gegen den Fehler, sondern für das Fehlende.“ Diese Aussage des Schweizer Pädagogen und Namensgebers Paul Moor ist der Grundsatz an der Förderschule in Freren. „Wir bieten viele Möglichkeiten, Talente und Begabungen zu entdecken und zu entwickeln. Wir unterstützen unsere Schüler, sich erreichbare Ziele zu setzen, und wir bereiten sie auf ein selbstständiges Leben vor“, erklärte der Konrektor der Schule, Winfried Budde.

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In einer Förderschule Lernen besuchten höchstens 16 Schüler eine Klasse. Auch bei der Paul-Moor-Schule bestehe der Vormittag aus sechs Unterrichtsstunden, allerdings werde der Unterricht meist in 90-minütigen Blocks erteilt, wobei der Lehrer Pausen innerhalb dieser Zeit selbst festlegen könne.

Als Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit nannte Budde „das eigenverantwortliche Handeln und Denken, individualisierten Unterricht, die enge Verzahnung mit den Eltern sowie viele sportliche Angebote“.

Kritik am neuen Konzept

Anschließend erläuterte die kommissarische Schulleiterin Susanne Tholemeyer-Nöring, dass die PMS zudem als Förderzentrum für die Betreuung von Schülern mit Förderbedarf an 16 Grundschulen, 3 Oberschulen, einer Gesamtschule und zweier Privatschulen von Gersten bis Schapen und Lünne bis Fürstenau zuständig ist. Dabei stünden den Grundschulen pro Klasse zwei „Förderschul“-Stunden zu. „Ab Klasse 5 sind es wöchentlich drei Stunden pro Kind mit Förderbedarf.“

Dabei seien die Förderschullehrer für die Diagnostik, die Förderpläne und -maßnahmen, die Beratung der Schulen und Eltern und die Beteiligung im Unterricht zuständig. „Derzeit sind wir 200 Stunden an unserer Schule und 170 Stunden an Schulen außerhalb tätig.“ Und das Miteinander sei gut.

„Zwei Stunden individuelle Betreuung an einer Grundschule oder Rundum-Betreuung hier, das kann doch keine gute Entwicklung sein“, fragte Ratsherr Aloys Schmit, und sein Kollege Hans-Günter Nicolaus (selbst Lehrer) ergänzte: „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Kinder nach dem neuen System besser gefördert werden als hier an dieser Schule.“ Sowohl Tholemeyer-Nöring als auch Budde machten sich darüber durchaus Sorgen. „Es gibt aber auch positive Erfahrungen. Wobei die größten Veränderungen noch bevorstehen und wie abwarten müssen, wie die Lage in zehn Jahren aussehen wird“, sagte Tholemeyer-Nöring.


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