Schulleiter verabschiedet Mit Lessing geht ein Lingener Lehrer aus Leidenschaft

Von Johannes Franke

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Lingen. Der Schulleiter der Gebrüder-Grimm-Schule in Lingen, Volker Lessing, ist in den Ruhestand verabschiedet worden.

So, wie Volker Lessing allmorgendlich seine Schüler mit einem herzlichen „Moin, moin“ begrüßt hat, ihnen Mut und Anerkennung zusprach, haben sie es dem scheidenden Leiter der Gebrüder Grimm Schule respektvoll zurückgegeben. „Wir wollten Ihnen sagen, dass Sie das Größte für uns sind.“ Es war eine Würdigung aus dem Song „Ein Kompliment“ der „Sportfreunde Stiller“, das Lessing den Abschied erleichtern sollte: „Wir werden Sie vermissen.“

Guido Ernst, stellvertretender Schulleiter, begrüßte zur Verabschiedung des Rektors zahlreiche Vertreter der Schulen, Politik, Kirchen und die Familie Lessing. Regierungsschuldirektorin Jutta Reinhardt dankte dem Schulleiter für sein Engagement in den vergangenen fünf Jahren an der Haupt- und Realschule. An vielen emsländischen Schulen habe Lessing als anerkannte Lehrerpersönlichkeit gearbeitet. Als Lehrer gehe nun ein Wissen vermittelnder Fachmann in den Ruhestand, der eine Lücke hinterlasse. Dabei lobte sie Lessings vertrauensvolle, offene und kompetente Zusammenarbeit mit dem Kollegium, Eltern und Schülern.

Oberbürgermeister Dieter Krone ging auf die fast „40-jährige Reise“ des nun scheidenden Schulleiters ein. Vielen Generationen habe er mit großem Engagement Wissen vermittelt und als Pädagoge den „Lehrerberuf als Berufung verstanden.“ Lessing habe die Schule in einer „aufgewühlten Zeit“ übernommen. Damit erinnerte Krone vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen an den Beschluss, die Gebrüder-Grimm-Schule schrittweise auslaufen zu lassen – eine Entscheidung, die an der Schule große Betroffenheit ausgelöst hatte . Um den neuen Lebensabschnitt auch schmackhaft zu machen, gab es Blumen für Ehefrau Jutta und ein spezielles Kochbuch für ein neu zu erlernendes Hobby.

Finger in die Wunde

Als Personalratsvorsitzender legte Helmut Reimann noch einmal den Finger in die Wunde „einer sterbenden Schule.“ Er hob jedoch die „Vorteile eines kleinen Systems“ hervor und bedankte sich für die Arbeit, die Lessing als Schulleiter „mit großer Umsicht“ geführt habe. Das Kollegium dankte mit lang anhaltendem Applaus.

Pastor Wolfgang Becker fand es „besonders bewundernswert“ und „verdienstvoll“, ein Amt zum Wohle des Ganzen anzunehmen, „als es in der Schule schwierig wurde, es dem Ende zuging“. Er bedankte sich dafür. Pastor Jens Brandebusemeyer ging auf die Vokabeln Bildung sowie Ausbildung ein und bedankte sich mit einem Bild des heiligen Christophorus.

Er habe in der Gebrüder Grimm Schule eine starke Eltern- und Schülerschaft, ein engagiertes Kollegium und viele weitere tatkräftige Helfer kennengelernt, sagte Lessing abschließend. Er dankte seinem Kollegium, dem Personalrat und seinem Konrektor. Er vergaß auch „die guten Seelen“ einer Schule nicht, Sekretärinnen, Hausmeister und Sozialpädagogen. „Mein größter Dank gilt der Familie, meiner Frau Jutta und den Kindern Anna und Lukas“. Die beiden sind Mitglieder der Musikgruppe Unisono und verabschiedeten den Schulleiter und Vater schwungvoll mit „Let me entertain you“ in den wohlverdienten (Un)Ruhestand.


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