Infoveranstaltung im Bürgerhaus Flüchtlinge in Lingen: Gutes Signal aus Heukamps Tannen

Auf dieser Fläche an der Ecke Waldstraße/Schwarzer Weg in Heukamps Tannen wird ein Wohnheim für Flüchtlinge errichtet. Foto: Matthias BeckerAuf dieser Fläche an der Ecke Waldstraße/Schwarzer Weg in Heukamps Tannen wird ein Wohnheim für Flüchtlinge errichtet. Foto: Matthias Becker

Lingen. Viele Bürger haben am Mittwochabend im Bürgerhaus in Heukamps Tannen die Gelegenheit genutzt, sich aus erster Hand bei Vertretern der Stadtverwaltung und des SKM über die geplante Aufstellung einer Flüchtlingsunterkunft am Schwarzen Weg zu informieren. Die modulare Wohneinheit wird Platz für maximal 30 Personen bieten.

Insgesamt sollen acht dieser Gebäude errichtet in der Stadt und den Ortsteilen errichtet werden. Daneben bemühe sich die Verwaltung weiterhin, Wohnraum anzumieten, sagte Erster Stadtrat Stefan Altmeppen. Er stand gemeinsam mit Katrin Möllenkamp, Fachbereichsleiterin für Bürgerservice, Recht und Ordnung, Günter Schnieders, zuständig für Arbeit, Jugend und Soziales, sowie Hermann-Josef Schmeinck, Geschäftsführer des SKM, Rede und Antwort.

Der SKM wird über einen Vertrag mit der Stadt die Betreuung der Flüchtlinge in den Häusern übernehmen. „Jedes dieser Häuser bekommt einen festen Ansprechpartner“, sicherte Schmeinck zu. Ohne Begleitung werde es nicht gehen. „Da wird fast jeden Tag einer da sein müssen“, erklärte der Geschäftsführer und Sozialarbeiter mit über 30-jähriger Berufserfahrung in der Flüchtlingsarbeit.

Dass es neben der Anmietung von Wohnraum keine Alternative zu der Aufstellung solchen modularen Heimen gibt, hatte Katrin Möllenkamp deutlich gemacht. Zehn Flüchtlinge seien 2008 in Lingen aufgenommen worden. Im ersten Halbjahr 2015 waren es nach ihren Angaben rund 230. Die gleiche Größenordnung werde im zweiten Halbjahr erwartet, beschrieb sie die Folgen weltweiter Flüchtlingsbewegungen auf die Kommunen vor Ort. „Es sind jede Woche zehn, mit steigender Tendenz, die vor dem Rathaus stehen“.

Die modularen Wohneinheiten mit jeweils 16 Quadratmetern für zwei Personen zum Schlafen, Gemeinschaftsküche und Aufenthaltsraum bieten Platz für bis zu 30 Menschen. Verbindungstüren an zwei Stellen ermöglichen auch die Unterbringung von Familien. Derzeit würden vermehrt einzelne Flüchtlinge kommen, sagte Möllenkamp. Wer und welche Nationalitäten am Schwarzen Weg einziehen werden, konnte die Verwaltung nicht sagen. „Eine Woche vorher wird uns mitgeteilt, wer uns zugewiesen wird“, beschrieb Altmeppen das Verfahren.

Die Fragen im Raum drehten sich unter anderem um das Betreuungskonzept des SKM, den Tagesablauf für die Flüchtlinge und die Art der Belegung der Häuser. Schmeinck machte deutlich, dass es kein Wohnheim mit nur einer Nationalität geben werde. Die Menschen, die dort hinkämen, bräuchten häufig vor dem Hintergrund zurückliegender Erfahrungen in den Bürgerkriegsländern zunächst einmal Ruhe. „Wir alleine kriegen keine Tagesstruktur hin, wohl aber wir alle gemeinsam“, machte der Flüchtlingsbetreuer des SKM deutlich. Hier könnten sich auch die örtlichen Vereine anbieten. Es gebe Möglichkeiten für die Flüchtlinge, eine Arbeit aufzunehmen, auch wenn rechtliche Hürden vorhanden seien. Schmeinck dankte Ibrahim Hassan und anderen ausländischen Mitbürgern, die seit vielen Jahren mit ihren Familie in Lingen leben und arbeiten, für deren Unterstützung beim Dolmetschen. Edeltraut Graeßner, Vorsitzende der Lingener Tafel und Zuhörerin im Saal, verwies darauf, „dass auch Flüchtlinge zu uns zum Helfen kommen“.

Diese seien entrechtet und entwurzelt, meinte Willi Büter, Vorsitzender des Bürgervereins Heukamps Tannen. Jede Kleinigkeit könne ihnen helfen, „und wenn es nur ein Lächeln ist“.

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