Zu wenig Zeit für Patienten Beschäftigte der Hedon-Klinik Lingen beklagen Personalmangel

Rund 60 Beschäftigte der Lingener Hedon-Klinik machten auf fehlendes Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern aufmerksam. Foto: W. RoggendorfRund 60 Beschäftigte der Lingener Hedon-Klinik machten auf fehlendes Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern aufmerksam. Foto: W. Roggendorf

Lingen. 162000 Vollzeitkräfte fehlen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi an deutschen Krankenhäusern. Darauf haben am Mittwoch rund 60 Beschäftigte der Hedon-Klinik aufmerksam gemacht, die sich an einer bundesweiten Aktion beteiligt haben.

Peter Welsch, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Lingener Hedon-Klinik, betonte, dass die Klinik als Rehaeinrichtung über einen höheren Personalschlüssel verfüge als ein normales Krankenhaus. „Wir haben viele schwerstpflegebedürftige Patienten.“ Doch Zeit und Zuspruch für diese sei von entscheidender Bedeutung für die Heilung.

Betriebsrätin Petra Kahle verwies darauf, dass auch an der Hedon-Klinik „schubweise“, beispielsweise wegen einer Erkrankungswelle, examinierte Kräfte fehlen würden. Sollte es dazu kommen, dass deswegen nur noch die grundlegendsten Dinge am Patienten gemacht werden könnten, müssten die Beschäftigten eine Gefährdungsanzeige beim Arbeitgeber machen. Betriebsrat Guido Billig: „Das dient sowohl der Sicherheit der Patienten als auch der Sicherheit des Personals.“ Die Gefährdungsanzeige sei geeignet, Nachteile für die Patienten und das Personal zu vermeiden.

„Die Pflegedienstdirektorin unserer Klinik reagiert in solchen Fällen“, erklärte Welsch. Und Kahle versicherte, dass auch die Klinikleitung hinter der Aktion der Mitarbeiter stehe.

Durch die Anstellung von examiniertem Pflegepersonal, beispielsweise aus Albanien und Ungarn, habe die Hedon-Klinik auf den Mangel an Kräften auf dem Arbeitsmarkt reagiert. Vor diesem Hintergrund forderte Kahle eine generell attraktivere Bezahlung und Gestaltung der Pflegeberufe. Und Billig ergänzte: „Die Politik muss Geld in die Gesundheitssysteme stecken.“ Ein von der Bundesregierung aufgelegtes Pflegeförderprogramm bringe 2016 gerade einmal eine zusätzliche Pflegestelle pro Krankenhaus.

An den freien gemeinnützigen Krankenhäusern im Emsland seien im Juli ähnliche Aktionen geplant, erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion Pflegedirektor Ludwig Kerschbaum vom Lingener Bonifatius-Hospital. „Ziel dieser Aktionen ist es, durch mehr Personal die Versorgung unserer Patienten sicherzustellen.“


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