Baustopp in der Fokkestraße Ärger im Lingener Bögengebiet wegen neuer Häuser

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Lingen. Die sogenannte Nachverdichtung in Lingen lässt betroffene Bürger nicht mehr in Ruhe. Nachdem bereits die Anwohner der Straße „In den Hornen“ gegen ein möglicherweise geplantes Projekt auf die Barrikaden gegangen sind, haben sich jetzt Bürger aus dem Bögen-Gebiet am Dortmund-Ems-Kanal (DEK) in Lingen bei der Redaktion gemeldet, um ihrem Unmut über ein Projekt in der Fokkestraße Luft zu machen.

Auf der Baustelle in der Fokkestraße, die eigentlich mit dem Bau einer Tiefgarage starten sollte, gibt es derzeit keine Aktivitäten. Auf dem Boden liegende Schippen, umgeworfene Absperrgitter, die Reste eines dort bereits abgebrochenen Hauses, ruhende Pumpen und ein See in der Mitte des Grundstücks prägen die Szenerie.

„Die Baustelle ruht seit Wochen, und wir wissen überhaupt nicht, was hier passiert“, betont ein ratloser Anwohner. Erst seien hier ein Haus abgerissen und dann eine große Grube ausgehoben worden. „Dann haben hier große Pumpen angefangen, das Wasser in dem Teich abzuleiten.“

Anwohner beklagen den Zustand

Aber nicht nur das Wasser in dem Teich: „Seitdem diese Monsterpumpen bei uns laufen, können wir unsere Gärten nicht mehr sprengen und haben Not, überhaupt noch eine Gießkanne mit unserem Brunnenwasser befüllen zu können“, beklagt ein anderer Anwohner den Zustand vor einigen Wochen. Das Grundwasser ist via Kanal wieder da, aber die Baustelle ruht weiterhin. „Warum nur?“, fragen sich die Anlieger.

Könnte es damit zusammenhängen, dass die Saugkraft der Pumpen auch die Chlorkohlenwasserstofffahne (CWK), die eigentlich unter den neuen Häusern am Alten Hafen zum Stoppen gekommen sein soll, angezogen haben? Die Anwohner zeigen sich ratlos und erschrocken.

„Wollen wir das, was hier passiert, denn wirklich?“, fragen die Bürger im Bögengebiet. Wo seien die grünen Gärten und die kleinteilige Bebauung geblieben, die den Charme dieses Wohngebietes einst ausgemacht hätten? Sei es denn wirklich sinnvoll, diese Quartiere mit großen Bauten so zu verdichten, dass kaum noch das Unkraut wage, irgendwo durchzuwachsen?

„Große Sorge“

„Wo früher in einem Haus eine Familie gewohnt hat, werden heute Häuser auf dem gleichen Grundstück geplant, die zehn und mehr Wohnungen in sich beherbergen“, kritisiert ein weiterer Anwohner. „Es erfüllt uns mit großer Sorge, was aus dem Bögen wird“, ist der einhellige Tenor der Anwohner.

„Nachverdichtung? Dagegen haben wir nichts, doch bitte mit Augenmaß und einer Architektur, die sich der vorhandenen Bebauung anpasst.“ Aber anscheinend sei die Wahrnehmung der Betroffenen und die der Entscheidungsträger im Rathaus, die ihre weitreichenden Planungen und Entscheidungen skizzierten, eine andere.

Und auch das ärgert die Bürger im Bögengebiet: „All die neuen Wohnungen sind hochpreisig. Wer soll das eigentlich in Zukunft noch bewohnen und erst recht bezahlen?“


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