Im Niedersächsischen Landtag Lingener Schüler begleiten den Abgeordneten Rolfes


Lingen. Die Lingener BBS-Schüler Steffen Benjak und Sebastian Jekutsch haben mehrere Tage lang den CDU-Abgeordneten Heinz Rolfes bei seiner Arbeit im Niedersächsischen Landtag begleitet. Hier berichteten sie von ihren Erlebnissen:

„Als besonders an Politik interessierte Schüler wurden wir von unserer Lehrerin Karin Schildt auf die Ausschreibung einer Hospitation des Landtages angesprochen. Durch unsere schnelle Bewerbung auf diese Plätze konnten wir sofort einen Termin mit Herrn Rolfes in der Kreis-Geschäftsstelle der CDU in Lingen arrangieren. Mit offenen Armen empfangen, durften wir uns dann tatsächlich direkt Termine, an denen wir in den Landtag kommen durften, aussuchen und alles wurde sofort organisiert.

Am 12. Mai war es dann so weit: Das Programm startete damit, dass wir an zwei Tagen dieser Woche bei der Plenarsitzung dabei sein konnten, also einer Zusammenkunft aller niedersächsischen Abgeordneten im Landtag in Hannover. Schon nach kurzer Zeit hatten sich einige unserer Vorstellungen von solch einer Sitzung ziemlich verändert. Wir hatten uns gedacht, dass einige Abgeordnete vor dem Plenum zu den Tagesordnungspunkten reden, und dann andere Abgeordnete auf diese Rede mit Gegenargumenten antworten. Okay, im Grunde genommen war es auch so, allerdings ist es nicht so still im Plenarsaal, wie man denkt. Während Abgeordnete eine Rede halten, gibt es ständig Zwischenrufe oder Zwischenfragen. Man merkt sofort, dass die verschiedenen Parteien teilweise unterschiedlicher Meinung sind.

Auch waren unsere Vorstellungen von den Arbeitszeiten eines Abgeordneten falsch. Während unserer Anwesenheit war Plenarsitzung von 9 Uhr morgens bis 19.30 Uhr abends, und direkt danach wurden alle Abgeordneten zu einem Parlamentarischem Abend eingeladen, wo ein Gastredner über die Beziehung zwischen Religion und Staat sprach. An diesem Abend hatten wir auch zum ersten Mal die Chance, uns mit anderen Abgeordneten auszutauschen. Zu einem weiteren interessanten Gespräch hatten wir am nächsten Tag die Gelegenheit, an dem uns unter anderem der Landtagspräsident Bernd Busemann in seinem Büro empfing. Im Plenum ging es dann um Themen wie zum Beispiel Energie in Niedersachsen oder den Mindestlohn.

Als wir dann eine Woche später im Ausschuss für Haushalt und Finanzen waren, wandelte sich unser Bild von der Arbeit eines Abgeordneten noch einmal. In der Vorbesprechung der Vertreter der CDU im Haushaltsausschuss sahen wir, wie sich die Abgeordneten zu den verschiedenen Tagesordnungspunkten austauschten und einteilten, wer zu welchen Themen sprechen sollte. Anschließend stellten wir fest, dass die Arbeit in solch einem Ausschuss eine ganz andere ist, als die im Plenum. Beteiligt war nur eine kleine Zahl von Abgeordneten, die sich in dem Ausschuss unter anderem mit Entwürfen zur Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes befassten, was uns Schüler natürlich auch direkt betraf. Wir waren aber nicht nur bei der normalen ,Pflichtarbeit‘ von Heinz Rolfes dabei, sondern durften zusätzlich auch noch die CDU-Landtagsfraktion beim Besuch der Oberfinanzdirektion begleiten, wo uns der Vorstand über die Tätigkeiten und Vorhaben dieser Behörde unterrichtete.

Und in der folgenden Woche waren wir, nachdem wir noch einmal im Haushaltsausschuss waren, der wöchentlich tagt, im Unterausschuss ,Justizvollzug und Straffälligenhilfe‘ . Im Ausschuss für Inneres und Sport ging es dann um Flüchtlingspolitik und im Ausschuss für Verfassungsrechtliche Fragen um den Verfassungsschutzbericht 2014, der im Anschluss an die Sitzung veröffentlicht wurde.

Alles in allem haben wir viele verschiedene Seiten der Arbeit eines Abgeordneten kennengelernt. Der Alltag eines Abgeordneten gestaltet sich sehr stressig und schwer planbar. Man weiß nie, wie lange oder wann man im Landtag sein muss, da eine Sitzung mal zwei Stunden, eher aber auch mal zwei Stunden länger dauern kann. In Zukunft werden wir auf jeden Fall noch weiterhin mit Heinz Rolfes und seinen ,Mitstreitern‘ in Verbindung bleiben!“