Die eigenen Fähigkeiten zeigen Tag der Arbeit und Begegnung im Christophorus-Werk Lingen

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Lingen. „Arbeit und Begegnung“ – unter diesem Motto haben am Sonntag, nach Schätzungen des Christophorus-Werkes, rund 7500 Besucher einen Eindruck von den Fähigkeiten der beim Berufsbildungswerk (BBW) und der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) Beschäftigten des Christophorus-Werks in Lingen bekommen.

„Es ist das erste Mal, dass beide Einrichtungen, BBW und die WfbM , gemeinsam ihre Türen für Besucher öffnen“, erklärte Klaus van Kampen, Leiter des Bereichs Arbeit und Bildung beim Christophoruswerk. Den Gästen wurde ein buntes Programm angeboten: Sie konnten beispielsweise den WM-Truck der Fußball-Nationalmannschaft besichtigen oder sich in einer Gondel von einem Autokran in luftige Höhen ziehen lassen, um einen Überblick über das weitläufige Gelände des Christophorus-Werks zu bekommen.

Doch die Initiatoren der Veranstaltung wollten ihre Gäste nicht nur gut unterhalten, wie van Kampen deutlich machte: „Es geht darum zu zeigen, was hier geleistet wird.“ Viele Menschen in der Region wüssten nicht, dass im BBW junge Menschen mit Lernschwächen, leichten körperlichen oder psychischen Behinderungen eine Berufsausbildung machen würden. „Diese sollen nach Ende ihrer Ausbildung in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden.“

Hierzu arbeite das Christophorus-Werk mit rund 400 Firmen in der Region zusammen. Auch an diese und weitere Unternehmen richte sich der Tag der Arbeit und Begegnung. „Es geht hier um keine Fachöffentlichkeit“, betonte van Kampen. Beim herrschenden Fachkräftemangel gebe es Menschen mit einer Behinderung, die Fachkräfte in den Betrieben entlasten können. Bei der Inklusion würden die Betriebe nicht alleine gelassen. „Wir haben eine Abteilung, die Menschen mit Behinderung in den Firmen begleitet.“ Zudem habe das Christophorus-Werk einen Fachbeirat Inklusion eingerichtet. „Wir wollen uns zweimal im Jahr mit Vertretern aus unterschiedlichen Unternehmen treffen, um zu erfahren, wie wir unsere Ausbildung am besten für den Bedarf auf dem Arbeitsmarkt gestalten können.“

Während die Zahl von 500 Beschäftigten in der WfbM seit Jahren konstant bleibe, sei sie im BBW von 400 im Jahr 2011 auf aktuell 300 gesunken. „Viele Firmen stellen, weil sie Ausbildungsplätze nicht mehr besetzt bekommen, heute junge Leute ein, die sie früher nicht genommen haben“, erklärte sich van Kampen diesen Rückgang. Grundsätzlich begrüße er diese Entwicklung, bringe sie doch Menschen mit Behinderung direkt in den ersten Arbeitsmarkt. „Aber es gibt manchmal auch Probleme. Dann kommen die Unternehmen auf uns zu und bitten uns um einen fachlichen Rat.“

Ausbildungsmöglichkeiten gebe es beim BBW in verschiedenen Berufen. „Im Handwerk haben wir die Bereiche Holz, Metall und Farbe. Hinzu kommen die Bereiche Agrar- und Landwirtschaft, sowie Lager, Verwaltung und Verkauf.“ Bei den WfbM würden Aufträge im Holz- und Metallbereich ebenso wie Verpackungsaufträge erledigt. „Hinzu kommen die Eigenproduktionen.“ Dazu gehören auch Insektenhotels. Und diese konnten die Besucher beim Tag der Arbeit und Begegnung auch selbst anfertigen – unter fachlicher Anleitung von Menschen mit Behinderung.


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