Wissenswertes aus Reuschberge Warum die Meckerbrücke in Lingen ihren Namen trägt

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Lingen. Wenn Andreas Eiynck, Leiter des Emslandmuseums in Lingen, zu einer Führung einlädt, erfahren selbst alteingesessene Lingener noch Dinge über ihren Stadtteil, die ihnen bis dahin unbekannt waren. So war es auch bei der Erkundung der Geheimnisse der Emsauen.

Rund 40 Interessierte hatten sich am Linusbad versammelt, um sich Wissenswertes aus Reuschberge, dem Stadtteil zwischen Ems und Kanal, berichten zu lassen. Sie erfuhren, dass dort an der Teichstraße noch bis etwa 1950 eine Fischzuchtanstalt war, was auch der Straßenname deutlich macht. Damals, so Eiynck, war das gesamte Gelände deutlich niedriger. „Es wurden gewaltige Erdmassen bewegt, um das Gebiet um 1,50 Meter aufzuschütten. An einem ehemaligen Fischmeisterhaus am Emslandstadion, das heute von Sportvereinen genutzt wird, wird das besonders deutlich. Hier befinden sich die Fensterbänke knapp über Erdniveau.

Zu dieser Zeit gab es nur die Brücken an der Lindenstraße und der Weidestraße, um in die Innenstadt zu kommen, was Fußgänger und Radfahrer bald als „unzumutbar“ empfanden. So entschloss man sich 1953, eine weitere Brücke zu bauen. Doch die Baufirma ging in Konkurs, und die Fertigstellung verzögerte sich, sehr zum Unmut der Bürger, die darüber meckerten, was dem Bauwerk schließlich den Namen „Meckerbrücke“ einbrachte.

Textilfabrik Langschmidt

Am Langschmidtsweg, in dem Bereich, wo heute die Lingener Tafel ihren Standort hat, habe um 1820 eine Textilfabrik gestanden, die von der Familie Langschmidt gegründet wurde und später an eine Familie Narjes überging, berichtet Eiynck weiter. Die Fabrik brannte im Jahr 1907 nieder und wurde nie wieder aufgebaut. Ihre Besitzer hatten sich auf der anderen Straßenseite eine Villa gebaut, die von einem Park umgeben war. Heute steht an dieser Stelle das Emslandhochaus. Zur Überraschung der Rundgangteilnehmer ist ein Teil des Parks mit altem Baumbestand noch erhalten.

Wo Strootbach und Mühlenbach verlaufen und warum man in Lingen nun keine Angst mehr vor Hochwasser haben muss, erläuterte der Historiker auf dem dem Weg zum Schöpfwerk , deren Funktionsweise er eindrucksvoll vorstellte.

Entlang der Ems führte der Weg über eine Magerrasenfläche. Hier erfuhr die Gruppe, dass es sich dabei um einen wertvollen Lebensraum handelt, auf dem zwischen 40 und 60 unscheinbare verschiedene Pflanzen zu finden sind.

Im Neubaugebiet „Emsauenpark“ verrät heute nur noch das ehemalige Unteroffiziersheim mit seiner typischen Kasernenarchitektur, dass dieses Wohnquartier eine militärische Vergangenheit hat. Moderne Stadthäuser und Einfamilienhäuser, umgeben von viel Grün, sollen das neue Erscheinungsbild prägen.

Zum Abschluss des Rundganges berichtete Eiynk über die St.-Michael-Kirche, die im Zusammenhang mit der Bundeswehr 1968 erbaut wurde und heute als Kulturforum für regionale und überregionale Veranstaltungen genutzt wird.


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