Zupackender König mit viel Humor Lingener Bürgerschützen feiern Kirchhoff und Fastabend


Lingen. Kapitän, Kommandeur und nun König – viel Luft nach oben ist da nicht mehr für Burkhard Kirchhoff. Den König der Lingener Bürgerschützen, der Pfingstmontag mit Königin Roswitha Fastabend und zahlreichen Gästen beim Umzug in der Stadt feierte, wird das aber nicht weiter belasten. Auch wenn er die Königskette am Dienstag los sein wird, bleibt er ein prägendes Gesicht des Vereins.

Prägend deshalb, weil Kirchhoff mit seiner zupackenden und geselligen Art nicht nur gute Laune verbreitet, sondern den Bürgerschützenverein an verantwortlicher Stelle mit lenkt. Das wurde vor dem großen Umzug am Nachmittag, dessen Auftakt zahlreiche Zuschauer auf dem Markt begleiteten, beim Königsfrühstück auf der Wilhelmshöhe deutlich.

Prinz beim Karneval

Natürlich nicht auf „bierernste“ Art und Weise, sondern nach kräftiger Suppe und gut belegten Schnittchen mit launigen Worten. Die fand nach der Krönung durch Präsident Ludgerus Determann zunächst der König selbst. Er sei bereits im Karneval gern Prinz gewesen, „mit weißer Strumpfhose und Pluderhose“, sah Kirchhoff den blaublütigen Werdegang schon früh vorgezeichnet. Der Lingener engagierte sich später bei den Kivelingen. Und nachdem auch er, wie so viele andere vor ihm, „auf dem Felde der Ehe“ gefallen war und den unverheirateten Bürgersöhnen den Rücken kehren musste, machte Kirchhoff bei den Bürgerschützen weiter – zumeist an vorderer Stelle. „Mögen der Königsanwärter am Dienstag viele sein –ich kann diesen Job hier nur empfehlen“, meinte er.

Empfehlen wohl auch deshalb, weil der König allein den Thron nicht ziert. Dies geht nur mit einer Königin. Pfingsten 2015 ist es Roswitha Fastabend. „Liebreizend, attraktiv, charmant, lebensklug“: Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone sparte nicht mit Komplimenten für die Dame an der Seite von Kirchhoff. Fastabend, die im Fachbereich Bürgerservice, Recht und Ordnung im Rathaus arbeite, sei die gute Seele der Verwaltung, sagte Krone. Eine positive, lebensfrohe und tolerante Art bestimme ihr Handeln.

Die Lingener Bürgerschützen vergessen auch nicht diejenigen aus ihren Reihen, die jahrelang den Verein geprägt haben. Peter Kaß ist so ein Beispiel. 16 Jahre lang hat er als Präsident an der Spitze des Vereins gestanden. Davor war er viele Jahre lang Kapitän. Präsident Determann ernannte ihn zum Ehrenmitglied des Vereins.

Erster Kreisrat Martin Gerenkamp gratulierte ebenfalls. Kirchhoff gehöre zu denen im Verein, die diesem ein Gesicht geben würden. Die Bürgerschützen präsentierten sich volksnah, frisch und modern. Es sei ein Verein von Menschen für Menschen, die diesen ein Stück Heimatgefühl verkörpere.

Natürlich machten auch die Kivelinge dem Königspaar ihre Aufwartung. Kommandeur Nils Deymann und das neue Königspaar der Kivelinge, Philip Peistrup und Hannah Paschkowski, gratulierten ebenfalls.

74 Strophen

Aber wie war das denn nun genau mit der Entscheidung von Kirchhoff, König zu werden? Robert Blanke wusste es. Der Kommandeur der Bürgerschützen gab in einer humorvollen Einlage zum Besten, wie Ehefrau Karina, an einem kalten Januartag in einer Decke auf dem Sofa gehüllt, fragte: „Burki, solltest du bei den Schützen nicht auch mal ganz vorne stehen?“ Die Lacher hatte Blanke auf jeden Fall auf seiner Seite.

Der Kommandeur kündigte anschließend noch „74 Strophen“ eines Gedichtes auf das Königspaar an, die aber erst „zum 25. Thronjubiläum 2040“ fertig sein würden. Immerhin zwei trug Friedrich Wilhelm Gelshorn vor. Wenn die anderen 72 auch so werden, wird es im Verein weiter genug zu lachen geben. Darauf ein dreifaches Horrido…!


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