Intimverkehr mit Zwölfjähriger 19-Jähriger gesteht in Lingen sexuellen Missbrauch

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Das Amtsgericht in Lingen hat das Urteil gesprochen. Foto: Manuel GlasfortDas Amtsgericht in Lingen hat das Urteil gesprochen. Foto: Manuel Glasfort

Lingen. Weil ein 19-jähriger Mann einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit einem zwölfjährigen Mädchen hatte, ist er vom Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Lingen wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in einem minder schweren Fall verurteilt worden.

Er muss eine sechsmonatige Betreuungsmaßnahme beim SKM Lingen absolvieren sowie von 100 Stunden gemeinnütziger Dienste leisten.

Der junge Mann aus dem südlichen Emsland hatte voll umfänglich eingestanden, im November 2014 auf einvernehmlicher Basis mit einem zwölfjährigen Mädchen geschlafen zu haben. Auch wenn das Mädchen optisch und auch geistig reifer gewirkt habe, habe er dennoch von ihrem jungen Alter gewusst. Es habe sich bei dem sexuellen Beisammensein um einen einmaligen Vorfall gehandelt, heute unterbinde er jede weitere Begegnung mit dem Mädchen.

Dieses habe ihm aber erzählt, dass sie schon öfter Kontakte zu deutlich älteren Männern gehabt habe, ob sexueller Natur, wisse er nicht. Ihm gegenüber habe sie behauptet, noch Jungfrau gewesen zu sein. Nach dem ungeplanten Vorfall habe er diese „dumme Idee“ sofort bereut, so der 19-jährige, der sich einsichtig und reuig zeigte und seine Tat nicht verharmloste. Er wisse, dass er sich falsch verhalten habe. Zu vorpubertierenden Mädchen fühle er sich sonst nicht sexuell hingezogen, betonte der junge Mann. Dank seiner Aussage konnte auf die Vernehmung seines Opfers verzichtet werden.

Aus einem richterlich verlesenen polizeilichen Vermerk ging hervor, dass die Zwölfjährige bereits aus ähnlich gelagerten Strafverfahren bekannt sei. Als man dem Mädchen vor Augen habe führen wollen, dass sie mit ihrem Initiativ-Verhalten möglicherweise sexuelle Straftaten provoziere, sei ihr das egal gewesen. Der Vorsitzende Richter verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Zwölfjährige einen schweren familiären Schicksalsschlag zu verkraften habe, der sie möglicherweise in ihrer psychischen Entwicklung beeinflusse.

Nicht vorbestraft

Aufgrund der Gesamtlebensumstände des 19-jährigen nicht vorbestraften Mannes empfahl die Jugendgerichtshilfe die Anwendung von Jugendstrafrecht. Der Richter verwies den Angeklagten aber darauf, dass er nach Erwachsenenstrafrecht mit einer Mindestfreiheitsstrafe von zwei Jahren zu rechnen hätte. Der Gesetzgeber wolle so in besonderem Maße die ungestörte sexuelle Entwicklung von Kindern schützen. Im Jugendstrafrecht gehe es aber in erster Linie nicht um Strafe, sondern um Erziehung, damit nie wieder passiere, was nie hätte passieren dürfen, betonte der Richter.

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