Umweltminister Wenzel zu Gast Energiepolitik ohne Grenzen auch in Lingen

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Lingen. Trotz der neu aufflammenden Diskussion um den Infraschall bei Windmühlen (Schwingungen unterhalb der Hörbarkeitsgrenze) wird Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) an der Windenergie festhalten. Das betonte der Minister am Donnerstagabend auf Nachfrage der Redaktion in Lingen. Zudem wird es in diesem Jahr eine Entscheidung zum geplanten Wasserkraftwerk in Hanekenfähr geben, versprach Wenzel.

„Fraktion on Tour in Westniedersachsen“ heißt die Aktion, die die Grünen-Landtagsfraktion am Donnerstag und Freitag auch nach Lingen führte. Neben dem Minister waren auch die Grünen-Landtagsabgeordneten Filiz Polat, Volker Bajus, Regina Asendorf, Meta Janssen-Kucz, Hans-Joachim Janßen und Susanne Menge zu Gast in der Emsstadt.

Während der Empfang bei den Stadtwerken in Lingen mehr einem Kennenlernen galt, widmete sich der Minister am Freitag der HTC-Biokohle.

Nach der Begrüßung durch Birgit Kemmer, Fraktionschefin der Grünen im Stadtrat Lingen, erklärte der Minister, dass es in Zukunft keine nationale Energiepolitik mehr geben dürfe, sondern es eine funktionierende Energiepolitik nur Europa- oder weltweit geben könne. „Wir sehen und wollen die Energiewende als ein Gemeinschaftsprojekt der Gesellschaft verstanden wissen. Wir haben sie gemeinsam auf den Weg gebracht, und das geht nicht ohne Schwierigkeiten“, betonte der Gast aus der Landeshauptstadt.

„Wir müssen den Ausstoß der Kohlenstoffdioxide zurückschrauben, um den Klimawandel zu verlangsamen oder gar aufzuhalten“, machte der Minister deutlich. Dazu könne unter anderem die Windkraft beitragen.

Vor dem Hintergrund eines neuen Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) im Emsland und der damit kontrovers geführten Diskussion um neue Windparks in Lingen, erklärte der Minister, dass die Planung derartiger Projekte in den Händen des Landkreises liege. Das Gleiche gelte auch für die geplante Trassenführung einer 380-kV-Hochspannungsstromleitung durch einen Teil des Naturschutzgebietes in Wachendorf. Auch diese Planungen fielen in die Hoheit des Landkreis Emsland.

In Sachen Infraschall erklärte Wenzel, dass es diese Problematik unter anderem auch an stark befahrenen Straße gebe. Ob Landesgesundheitsamt oder Bundesumweltamt: Es werde kontinuierlich danach geforscht, was aber nicht heiße, die Windenergie zu deckeln.

Auf die Frage, ob es für das seit Jahren geplante Wasserkraftwerk am Hanekenfähr noch eine Chance gäbe, erklärte Wenzel, dass er die Planungen zwar kenne, aber eine Entscheidung noch nicht gefallen sei.

„Oberbürgermeister Dieter Krone und Arno Ester als Geschäftsführer der Stadtwerke haben mir die Planungen ausführlich erklärt“, sprach Wenzel von einem Besuch der Lingener Delegation in Hannover. Weiteren Angaben zufolge befindet sich das Projekt in der Entscheidungsfindung, die dieses Jahr noch abgeschlossen werden soll. „Damit wir endlich sagen können, ob die Planungen realisiert werden können oder aber auch nicht.“

Im September 2011 hatte sich der FDP-Umweltminister Hans-Heinrich Sander für ein solches Kraftwerk ausgesprochen – und war nur einen Tag später wieder zurückgerudert – vermutlich aufgrund starker Vorbehalte aus der Anglerlobby.


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