Im März 2011 fängt Schiff Feuer BP Lingen: Raffinerie hat keine Schuld an Explosion

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Ende der Alpsray. Das Bild zeigt das ausgebrannte Tankschiff im Hafen der Raffinerie am 29. März 2011. Foto: Mike RöserDas Ende der Alpsray. Das Bild zeigt das ausgebrannte Tankschiff im Hafen der Raffinerie am 29. März 2011. Foto: Mike Röser

Lingen. Gegen 22.50 Uhr am 28. März 2011 sind in ganz Lingen drei schwere Verpuffungen zu hören. Begleitet werden die Explosionen von bis zu 100 Meter hohen Flammen, die das ganze Raffineriegelände und den Hafen der BP in Lingen gespenstisch erleuchten. Der Tanker „Alpsray“ mit rund einer Million Liter Superbenzin an Bord steht in Flammen – jetzt ist die Schuldfrage geklärt.

Rund vier Jahre nach dem Brand und der Explosion des Tankmotorschiffs Alpsray im Hafen der Lingener Raffinerie am 28. März 2011 haben sich die beteiligten Parteien außergerichtlich geeinigt. Das hat am Mittwoch die BP-Geschäftsführung unserer Redaktion mitgeteilt.

Unter Beteiligung der verschiedenen Versicherungen der involvierten Parteien ist vereinbart worden, dass an BP für die damals entstandenen Sach- und Vermögensschäden Ausgleichszahlungen geleistet werden.

Die von den Behörden, des zuständigen Gerichtes und BP veranlassten Untersuchungen würden allesamt auf eine schiffsseitige Ursache für das Schadensereignis hindeuten, so ein Sprecher der BP am Mittwoch. Die Einrichtungen der Raffinerie hätten störungsfrei funktioniert. Es habe im Übrigen kein Bedienfehler durch das Hafenpersonal vorgelegen. Das im Zuge des Vorfalls vor dem Binnenschifffahrtsgericht Emden eingeleitete binnenschifffahrtsrechtliche Verfahren werde wohl in Kürze einvernehmlich für erledigt erklärt, so der Sprecher.

„Viel Glück im Unglück“

Zu dem Vorfall im März 2011 war es gekommen, als ein Schiff bei der Beladung mit Benzin Feuer fing und explodierte. Dabei entstand ein Schaden von mehreren Millionen Euro, der in weiten Teilen aufseiten der BP zu verzeichnen war. Obschon das Schiff kurze Zeit vor dem Unglück gerade aus der Werft gekommen und dort von einem Gutachter der Klassifizierungsgesellschaft abgenommen worden war, wurde im Laufe der Untersuchungen unter anderem festgestellt, dass ein Überdruckventil an der sogenannten Gaspendelleitung des Schiffes undicht war. Dadurch bildete sich eine explosionsfähige Atmosphäre in der Umgebung des Ventils, welche sich entzündete. Die Flamme wanderte durch die Gaspendelleitung in einzelne Tankbereiche des Schiffes, die nicht über genügend Durchschlagssicherungen verfügten.

Peter Brömse, Vorsitzender der Geschäftsführung der BP Lingen: „Auch wenn wir durch diesen Vergleich nicht unseren Gesamtschaden erstattet bekommen, sind wir froh, nun endlich einen Schlussstrich ziehen zu können. Wir sehen uns durch die Untersuchungen und die getroffene Einigung bestätigt, dass BP Lingen keinerlei Schuld an dem Unglück trifft.“

Ein Blick zurück führt noch einmal vor Augen, wie eng Raffinerie und Stadt damals an einer Katastrophe vorbeigeschrammt sind. Nur ein paar Meter neben dem havarierten Tanker lagen links und rechts neben der „Alpsray“ zwei weitere Schiffe, die ebenfalls mit je rund einer Million Liter Superbenzin beladen waren.

Günter Reppien, ehemaliger Stadtbrandmeister, sagte damals gegenüber unserer Zeitung: „Als uns nach der ersten Verpuffung die Eisendeckel und Stahlplatten aus dem obersten Tankfeld des Schiffes um die Ohren flogen, wussten wir, dass das kein einfacher Einsatz werden würde. Wenn auch noch die beiden anderen Schiffe explodiert und weitere 2000 Kubikmeter Benzin in den Kanal geflossen wären… Wir hatten wirklich viel Glück im Unglück.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN