Pläne in der Sitzung abgelehnt Ortsrat in Brögbern bleibt beim Nein zum Krematorium


Lingen. Der Ortsrat Brögbern hat am Dienstagabend einstimmig die weiteren Planungen zur Errichtung eines Krematoriums im Bereich der Duisenburger Straße abgelehnt.

Das Interesse an dem in Brögbern umstrittenen Projekt war erneut groß. Im Heimathaus blieb kein Platz mehr frei. Nach der Abstimmung im Ortsrat befasst sich der Planungs- und Bauausschuss an diesem Mittwoch mit dem Thema. Am 28. April tagt dazu der Verwaltungsausschuss. Dann werden den Worten von Baudezernent Lothar Schreinemacher zufolge sämtliche Planungsdetails in den Monaten Mai und Juni ausgelegt. In diesem Rahmen sind weitere Einwendungen und Stellungnahmen von Bürgern möglich. Den Satzungsbeschluss erwartet Schreinemacher zum Ende dieses Jahres.

Ausführlich hatte der Dezernent zuvor Einzelheiten des Vorhabens erläutert und dabei auch Details aus dem „Städtebaulichen Vertrag“ genannt, der zwischen Stadt und Investoren vereinbart wird. Darin ist unter anderem die Größe des Krematoriums (ein Ofen, maximal 1500 Verbrennungen pro Jahr) festgeschrieben. Er wies darauf hin, dass im Bereich der Duisenburger Straße ein Parkplatz angelegt werde. Von dort aus würden Besucher zum Krematorium gehen. Die Straße Adeliger Hof sei ausschließlich Bediensteten des Krematoriums, Bestattungsunternehmen oder besonders berechtigten Personen vorbehalten, wie zum Beispiel Gehbehinderten. Schreinemacher ging von 54 durch das Krematorium bedingten Fahrten am Tag auf dieser Straße aus. Es werde keine relevante Erhöhung des Verkehrslärms geben.

Was mögliche Belastungen durch Kohlenmonoxid, Staub, organische Stoffe, Dioxine und Furane anbelangt, unterstrich der Dezernent, dass die Grenzwerte deutlich unterschritten würden und teilweise in kaum noch messbarem Bereich lägen. Der Stadtbaurat machte auch deutlich, dass keiner der landwirtschaftlichen Betriebe in der Umgebung durch das Krematorium in seinen Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt werde.

In der Einwohnerfragestunde kritisierten Bürger die Zuwegung über den Adeligen Hof und befürchteten, dass die Straße dennoch von Besuchern genutzt werde. Ohnehin sei dieser Bereich in einer Kurve für Autofahrer auf der Duisenburger Straße schwer einsehbar. Hier müsse unbedingt eine Temporeduzierung angeordnet werden. Andere Bürger befürchteten, dass der Vertrag in ein paar Jahren doch noch verändert und das Krematorium dann vergrößert würde.

„Nur einer will, kein anderer“, meinte eine Zuhörerin und kritisierte damit den Brögberner Landwirt, auf dessen Grund und Boden das Krematorium errichtet wird. „Ich kann Sie nicht überzeugen, weil es eine Glaubensfrage ist“, fasste Schreinemacher die Stellungnahmen der Zuhörer zusammen.

Brögberns Ortsbürgermeister Ludger Ströer verwies darauf, dass sich in der Zwischenzeit an der Haltung des Ortsrates nichts geändert habe. Die Ablehnung in der folgenden Abstimmung war einstimmig.


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