Bürger bringen sich ein Radfahren in Lingen soll attraktiver werden

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Lingen. Beim Thema „Fahrradfreundliche Stadt“ soll es in den nächsten Jahren konkrete Verbesserungen geben. Das hat Oberbürgermeister Dieter Krone am Mittwochabend in der Auftaktveranstaltung im IT-Zentrum vor rund 150 Bürgern versichert.

Die „Fahrradfreundliche Stadt“ zählt zu den ersten vier thematischen Schwerpunkten des Zukunftsprozesses „Lingen 2025“. Gemeinsam mit den Bürgern möchte die Stadt noch in diesem Jahr ein „Klimaschutzteilkonzept für den Fuß- und Radverkehr“ aufstellen.

Krone selbst setzt auf das Fahrrad. Er hat vor drei Jahren sein Privatauto verkauft und stattdessen ein E-Bike erworben, mit dem der Oberbürgermeister bereits rund 7000 Kilometer zurückgelegt hat. Nur für Dienstreisen außerhalb der Stadt nutzt er den Dienstwagen.

Zu Beginn der Veranstaltung führten neben Krone auch Moderatorin Claudia Schelp, Edzard Hildebrandt und Annika Wittkowski (beide Planungsgesellschaft Verkehr Dargel-Hildebrandt Hannover) in das Thema ein. Hildebrandt bezeichnete die Bürger als „lokale Verkehrsexperten“, auf deren Wissen die Planungsgesellschaft zwingend angewiesen sei.

Ziel des Projektes ist es vor allem, den motorisierten Verkehr zu reduzieren und die Bürger verstärkt dazu zu bewegen, das umweltfreundliche Rad zu nutzen oder zu Fuß zu gehen. Wittkowski bat die Bürger, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, sich ab sofort bis zum 15. Mai unter www.lingen.de/fahrradkonzept an einer Online-Umfrage zu beteiligen. Die Stadt Lingen möchte wissen, welche Erfahrungen die Bürger als Verkehrsteilnehmer machen, und bittet um Verbesserungsvorschläge.

Gefährliche Situationen

In der Veranstaltung diskutierten die Bürger, darunter auch junge Leute, intensiv in fünf Arbeitsgruppen die folgenden Themen: Radrouten für Alltag und Freizeit, Barrierefreie Innenstadt, Radweg/Fahrbahn, Überqueren leichter gemacht und Öffentlichkeitsarbeit.

Norbert Tenger, Kontaktbeamter der Polizei, und Robert Koop, Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen, verwiesen auf gefährliche Situationen für Radfahrer in der Burgstraße. Tenger machte auch darauf aufmerksam, dass vor allem Schulkinder, die morgens aus der Straße „In den Sandbergen“ kommen, verbotswidrig auf dem linken Radweg der Meppener Straße in Richtung Innenstadt weiterfahren, weil sie im Kurvenbereich der Meppener Straße und der damit verbundenen schlechten Sicht nicht die Meppener Straße überqueren wollen, um auf den rechtsseitigen Radweg zu gelangen.

Krone kritisierte, dass Radfahrer, die verbotswidrig die Fußgängerzone befahren, vor allem Kinder und Senioren gefährden. Ein Bürger regte an, wie in den Niederlanden Fahrstreifen für Radfahrer in der Fußgängerzone anzulegen. Der 80-jährige Hermann Kühlenborg bat darum, die Hochborde im Einmündungsbereich von Straßen abzusenken. Er war in Lingen mehrfach mit seinem Rad gestürzt, wobei er sich verletzte.

Krone dankte zum Abschluss der fast zweistündigen Veranstaltung den Bürgern, dass sie sich intensiv einbrachten. „Natürlich kann ich nicht versprechen, dass alle Vorschläge zu hundert Prozent umgesetzt werden.“ Die Anregungen der Bürger sollen aber nach seinen Worten zumindest teilweise umgesetzt werden.

Damit reagierte er auch auf den Einwand eines Bürgers, der die Sorge äußerte, dass bei dem Thema wie seinerzeit bei der Lokalen Agenda sicherlich viel Papier produziert, letztlich aber kaum etwas umgesetzt werde.

Es sollen jetzt Arbeitskreise von Bürgern und Planern gebildet werden, um die in der Veranstaltung vorgebrachten Verbesserungsvorschläge zu konkretisieren.


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