Veranstaltung am Mittwoch Wie „fahrradfreundlich“ ist die Stadt Lingen?

Laden die Bürger am Mittwoch zur Auftaktveranstaltung „Fahrradfreundliche Stadt“ ein (von links): Georg Tieben, Fachbereichsleiter Tief bau, Matthias Klesse, Fachbereichsleiter Planung und Hochbau, Daniel Krickel, Verwaltung/EDV, Edzard Hildebrandt, Verkehrsplaner aus Hannover, und Kirsten Vogler, die den Zukunftsprozess in der Verwaltung begleitet. Foto: Thomas PertzLaden die Bürger am Mittwoch zur Auftaktveranstaltung „Fahrradfreundliche Stadt“ ein (von links): Georg Tieben, Fachbereichsleiter Tief bau, Matthias Klesse, Fachbereichsleiter Planung und Hochbau, Daniel Krickel, Verwaltung/EDV, Edzard Hildebrandt, Verkehrsplaner aus Hannover, und Kirsten Vogler, die den Zukunftsprozess in der Verwaltung begleitet. Foto: Thomas Pertz

Lingen. „Lingen 2025“ ist der Prozess überschrieben, den Rat und Verwaltung angestoßen haben und gleichzeitig als Einladung an die Bürger der Stadt verstehen, an diesem Prozess mitzuwirken. Zum Beispiel am kommenden Mittwoch. Dann geht es um das Thema „Fahrradfreundliche Stadt“.

Dazu findet um 18.30 Uhr im IT-Zentrum die Auftaktveranstaltung statt. „Die Fahrradfreundliche Stadt“ gehört zu den ersten vier thematischen Schwerpunkten des Zukunftsprozesses „Lingen 2025“. Die anderen drei beschreiben die Neuausrichtung des Energiestandortes Lingen, die „Innenentwicklung“, also eine verdichtete Bauweise und der sparsame Umgang mit Grund und Boden sowie als vierter Schwerpunkt das Stadtmarketing.

Im Rahmen eines Pressegesprächs verwies Matthias Klesse, Fachbereichsleiter Planung und Hochbau, darauf, dass das Thema Fahrradfreundlichkeit die meisten Anregungen und Kommentare in der Bürgerschaft hervorgerufen habe. Klesse erinnerte daran, dass die Stadt schon einmal, zwischen 2001 und 2003, ein Konzept zur „fußgänger- und fahrradfreundlichen Stadt“ erarbeitet habe. Inzwischen hätten sich aber neue Verkehrsbeziehungen in Lingen ergeben, zum Beispiel durch die Bahnunterführung, die Hochschule und die Emslandarena. Während es damals eher um die Anbindung von Wohngebieten an die Innenstadt gegangen sei, stünden nun mehr die Radwegeanbindungen zu Arbeitsstätten oder öffentlichen Einrichtungen im Vordergrund.

Fünf Themenorte

Wie Edzard Hildebrandt von der Planungsgesellschaft Verkehr Dargel-Hildebrandt aus Hannover erläuterte, wird es im IT-Zentrum fünf „Themenorte“ geben: „Radrouten für Alltag und Freizeit“, „Barrierefreie Innenstadt“, „Radweg/Fahrbahn“, „Überqueren leichter gemacht“ und „Öffentlichkeitsarbeit“. Hier seien die Bürger ausdrücklich eingeladen, sich einzubringen. Allein das Thema „Radweg/Fahrbahn“ birgt nach seinen Angaben jede Menge Diskussionsstoff. „Fahre ich als Radfahrer auf dem Gehweg, störe ich die Fußgänger und auf der Fahrbahn störe ich die Pkw“. Die Bürger könnten auch Wunschzettel ausfüllen. „Gibt es in Lingen zum Beispiel eine öffentliche Luftpumpe?“, fragte Hildebrandt.

Aktive Bürgerbeteiligung ist übrigens nicht nur Mittwochabend möglich, sondern ab Donnerstag auch online über das Tool „Fahrradfreundliche Stadt“, das auf der Website der Stadt Lingen angeklickt werden kann. Einzelheiten des bedienungsfreundlichen Tools mit Kommentarfunktion stellte Daniel Krickel von der Verwaltung vor. Jeder Onlinebeitrag kann mit „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ bewertet werden.

Ausdrücklich gewünscht ist auf der Onlineplattform wie auch im IT-Zentrum, das Thema „Fahrradfreundliche Stadt“ nicht ausschließlich vom Fahrradsattel aus zu betrachten. Wichtig seien auch die Sichtweisen von Fußgängern und Pkw-Fahrern, hieß es im Gespräch.  Wer möchte, kann zum Thema auch eine Mail an die Stadt unter fahrrad@lingen.de schreiben. Nach Angaben der Verwaltung sind außerdem Flyer mit weiteren Informationen in Arbeit, die kommenden Mittwoch im IT-Zentrum ausliegen.


Zukunftsstadt „Lingen 2025“

Der Lingener Stadtrat hatte die Verwaltung im Herbst 2013 beauftragt, ein strategisches Handlungskonzept für die Zukunft der Stadt Lingen zu erarbeiten. Das Besondere daran: Die Bürger sollten sich aktiv daran beteiligen. Aus aus über 300 Bürgereingaben sind am Ende vier Projekte herausgefiltert worden: die Neuausrichtung des „Energiestandortes Lingen“, die „Innenentwicklung“ und der mit ihr verbundene sorgsame Umgang mit Grund und Boden, „Fahrradfreundliche Stadt“ und „Marketing“, die Außendarstellung der Stadt über Lingen hinaus.

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