Dezent und anspruchsvoll Jazz und Blues am Lingener Amtsgericht


mel Lingen. Wer sagt, Jazz und Blues sei etwas für alte Rocker, der war noch nicht in Lingen. Hier steppte mal wieder die ganze Szene, als die Formationen „Soulution“ und „Georgie’s Groove Orchestra“ (GGO) mit Coverversionen aller Facetten so richtig einheizten und das Qurt-Team spätsommerliche gastronomische Raffinessen servierte.

Das Konzept scheint zu stimmen. Vom frühen Abend bis spät in die Nacht erklang ein Hit nach dem anderen im Amtsgerichtshof, der wie geschaffen ist für ein solches Event. Durch die Mitwirkung vieler Aktiver und Ehemaliger des Gymnasiums Georgianum fand sich nach und nach auch ein gut gemischtes und bestens gelauntes Publikum ein, das sowohl den Soul zu schätzen weiß als auch härteren Nummern nicht ausweicht.

Echte Talente

Dafür braucht es Fingerspitzengefühl und musikalisches Know-how, und das kam für beide Acts von Pianist und Arrangeur Tobias Bako , der lässig und unaufgeregt kleine wie große Besetzungen auf die Bühne bringt. Dass dabei die Töne stimmen und die Stimmung tönt, scheint für ihn selbstverständlich zu sein. Echte Talente waren da zu hören, allen voran Christina Menger, die mit ihrer fröhlichen Präsenz den Platz füllte. Das Duo wurde zum Trio, als Kai Liedtke (Saxofon) hinzukam, und wuchs unter der Mitwirkung von Phillip Schürmann (Gesang), Melissa Nitschke (Bass), Leon Wolf (Drums) und Gastsängerin Sara Friedemann allmählich zu einem überzeugenden Klangkörper. Beachtlich war die Liste unvergesslicher Songs von Adele bis Bill Withers, und dass die jungen Erwachsenen das mal eben so aus dem Ärmel schütteln, sah einfacher aus, als es ist.

Magnus Reinel (12) ist so einer, der fleißig übt, um einmal ganz vorne auf der Bühne zu stehen. Der Gymnasiast hat zweimal in der Woche Saxofonunterricht und unterstützt bereits die Bläsergruppe des GGO wie ein Profi. Seine Eltern ließen es sich natürlich nicht nehmen, ihrem Sohn zuzuhören. Und die Schulband zeigte mal wieder, was sie drauf hat. Über 30 Evergreens und neue Songs von Amy Winehouse bis Oasis füllten perfekt abgemischt und ausgesteuert den Abend und animierten Jung und Alt zum Tanzen.

Der togolesische Songwriter Zain Landozz brachte Farbe ins Spiel und den Platz zum Kochen. Sogar Schulleiter Manfred Heuer zeigte, dass er singen kann. Erst spät war der letzte Ton verklungen und das letzte Glas geleert. Alles in allem war das mal wieder ein großer Abend und ein Gewinn für die Lingener Kulturszene.


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