Mit den Augen des Kunden sehen Eye-Tracking-Projekt des Campus Lingen bei Klukkert

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Lingen. Das eigene Geschäft einmal mit den Augen seiner Kunden sehen: Diese Möglichkeit hat jetzt Hannes Brink, Geschäftsführer des Gartencenters Klukkert in Lingen, durch ein studentisches Projekt bekommen.

Mit einer Eye-Tracking-Brille ausgestattet, haben die Studentinnen Anika Heidötting, Viktoria Bethke, Katharina Schnabel, Julia Kessens und Lisa Berentzen Testpersonen durch das Gartencenter geschickt. Beim Eye-Tracking werden der Blick und die Augenbewegungen der Testpersonen aufgezeichnet und am Computer sichtbar gemacht.

Herausgekommen sind Ergebnisse, die Brink bei der Gestaltung des Gartencenters teilweise schon umgesetzt hat: „Dort, wo ein Produkt mit Dekomaterial im Verbund präsentiert wird, bleiben die Augen länger hängen.“ Waren auf Tischen würden eher beachtet als solche in Regalen. „Und alles, was über Augenhöhe präsentiert wird, wird nicht wahrgenommen.“ Brink findet das Projekt sehr interessant: „Der Einzelhandel beschäftigt sich zu wenig und unprofessionell mit der Präsentation seiner Waren. Da wird noch vieles aus dem Bauch heraus gemacht.“

Bevor die fünf BWL-Studentinnen, deren Schwerpunkt das Marketing ist, Brink ihre Ergebnisse vorlegen konnten, hatten sie einige Schwierigkeiten zu überwinden. „So konnten wir bei drei Testpersonen die Messergebnisse nicht auswerten“, berichtet Viktoria Bethke. Die Ursache dafür herauszufinden sei mühsam gewesen. „In der Bedienungsanleitung der Eye-Tracking-Brille stand nichts davon, dass dieses System bei Trägern von Gleitsichtbrillen nicht funktioniert.“ Dies hätte die Projektgruppe erst nach intensiver Suche auf einer englischsprachigen Seite im Internet herausgefunden.

Gut für Praxis ausgebildet

Auch Hochschuldozent Fritjof Karnani lobt die Arbeit der fünf Studentinnen: „Mit dem Eye-Tracking-System in einem Gartencenter Messungen durchzuführen war für mich und auch unser Institut etwas ganz Neues.“ Er sei von den Ergebnissen begeistert, und seine Erwartungen seien übertroffen worden. „Für mich ist das einmal mehr der Beweis: Wir haben einfach tolle Studierende, die sehr gut für die Praxis ausgebildet sind.“

Die Fähigkeiten der Studierenden sollten mehr genutzt werden, meint Brink. „Ich kann andere Unternehmen nur ermutigen, solche praxistauglichen Projekte mit der Hochschule durchzuführen.“

Die fünf Studentinnen, die bis auf die Lohnerin Anika Heidötting alle aus dem Emsland stammen, stehen kurz vor dem Abschluss ihres BWL-Studiums. Sie werden ihre Praxistauglichkeit demnächst in Unternehmen beweisen. „Schauen wir mal, was kommt“, sagen sie mehrheitlich, können sich aber alle vorstellen, in der Region zu bleiben.


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