Inhaberin im Interview Lingener Buchhandlung thematisiert das Downsyndrom

Neben der Fachliteratur macht auch die heitere Lektüre, die Beschreibungen des Alltags mit einem Downsyndrom Kind, den Lesestoff aus. Auf dem Foto Andrea Salomon. Foto: RiedelNeben der Fachliteratur macht auch die heitere Lektüre, die Beschreibungen des Alltags mit einem Downsyndrom Kind, den Lesestoff aus. Auf dem Foto Andrea Salomon. Foto: Riedel

Lingen. Die Lingener Buchhandlung Holzberg in der Clubstraße hat sich zurzeit ganz und gar dem Thema Downsyndrom gewidmet. In einem Interview betont Inhaberin Andrea Salomon, wie wichtig es immer wieder sei, sich besonders dieser Themen anzunehmen.

Am 21. März ist der weltweite Tag des Downsyndroms. Was möchten Sie mit Ihrer Aktion erreichen?

Es wird so viel über Integration und Inklusion gesprochen, dass ich mich entschlossen habe, mich des Downsyndroms anzunehmen und es eine Zeit lang in den Mittelpunkt meiner Buchhandlung zu stellen. Ich möchte auch meinen Respekt vor dem „Anderssein“ ausdrücken, denn die Betroffenen müssen in unserer Gesellschaft einen anderen Weg gehen als die meisten Menschen. Ich wünsche mir, dass sie in unserer Gesellschaft ein erfülltes Leben finden.

Haben sich auch andere Buchhandlungen dieses Themas angenommen?

Meines Wissens nicht. Auf mich ist ein christlicher Buchverlag aus dem süddeutschen Raum aufmerksam geworden und bestätigte mir, dass ich mit meiner Aktion wohl die absolute „Vorreiterin“ sei. Natürlich gibt es zu dem Thema Downsyndrom viel Literatur, nicht nur in medizinischer Hinsicht, sondern wunderschöne, auch trostreiche Bücher, geschrieben von betroffenen Eltern. Und sogar junge Menschen mit dem Downsyndrom haben ihre Gedanken, ihre Wünsche und Ziele schriftlich festgehalten.

Dann kann man also auch von einer heiteren Lektüre ausgehen?

Natürlich, neben den Problemen, die der Alltag für die Betroffenen mit sich bringt, gibt es auch viel Schönes und Fröhliches zu erfahren. Gerade diese Bücher sind es, die die Tür zur Welt des Down-syndroms öffnen – und auch dort ist die Fröhlichkeit zu Hause.

Was für Fotos haben Sie zurzeit in Ihrem Schaufenster dekoriert?

Es sind Aufnahmen von der Fotografin Conny Wenk aus Stuttgart, die selbst Mutter einer Tochter mit Downsyndrom ist und die mit viel Liebe Szenen aus dem Leben solcher Kinder festhält.

Wie ist die Resonanz auf Ihre Aktion?

Erzieher und Heilpädagogen kommen in die Buchhandlung, und das nicht nur aus dem Altkreis Lingen. Sie suchen hier nach Informationen, die bei der Eingliederung dieser Jungen und Mädchen in die Kindergärten helfen könnten. So geht es auch den Grundschullehrern, deren Ziel es ist, den Begriff „Inklusion“ zu realisieren. Sie wollen Kinder mit dem Downsyndrom auf die Schule vorbereiten und den anderen Klassenkameraden klarmachen, dass es ein neues Schulkind unter ihnen geben wird, das anders ist als sie, und dass sie alle gemeinsam die Chance haben, gesellschaftliche Barrieren abzubauen, um ein besseres Miteinander zu erleben.

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