CDU zieht Antrag zurück Gesamtschule Emsland wird nicht nach Remmers benannt

Zurückgezogen hat die CDU-Kreistagsfraktion ihren Vorschlag, die Gesamtschule Emsland in Lingen in „Werner Remmers-Gesamtschule“ umzubenennen. Grafik: Heiner WittwerZurückgezogen hat die CDU-Kreistagsfraktion ihren Vorschlag, die Gesamtschule Emsland in Lingen in „Werner Remmers-Gesamtschule“ umzubenennen. Grafik: Heiner Wittwer

Lingen. Die CDU-Kreistagsfraktion hat ihren Antrag auf Umbenennung der Lingener Gesamtschule in „Werner Remmers-Gesamtschule“ zurückgezogen. Sie sei damit einem Wunsch der Angehörigen des ehemaligen niedersächsischen Kultusministers gefolgt, teilte die CDU am Donnerstagabend mit. 

„Die Diskussionen und die Kommentare der vergangenen Wochen sind mit einer Unkenntnis und Herabsetzung der Person Werner Remmers einhergegangen, die uns nun im Austausch mit der Familie Remmers bewogen haben, den Antrag zurückzunehmen“, erklärte Bernd-Carsten Hiebing, Vorsitzender der emsländischen CDU-Kreistagsfraktion. Nach dem Bekanntwerden des Antrages hatte es in der Öffentlichkeit Kritik am Vorschlag der CDU gegeben. So verwies die SPD darauf, dass es insbesondere die CDU gewesen sei, die die Gründung der Gesamtschule erschwert habe.

Hiebing äußerte sich enttäuscht darüber, wie die Verdienste eines hoch geschätzten Landespolitikers bei Einzelnen in Vergessenheit geraten oder von diesen bewusst missachtet worden seien. Denn es sei Remmers gewesen, der eine bildungspolitische Öffnung der CDU in Gang gesetzt und der Gesamtschule in Niedersachsen ein Existenzrecht als konkurrierende Angebotsschule eingeräumt habe.

„Wie kein zweiter CDU-Politiker hat er sich um die Gesamtschule verdient gemacht. Mit seinem ideologiefreien Politikverständnis hat er die Möglichkeit eröffnet, einzelne Gesamtschulen als zusätzliches Angebot in der Schullandschaft zu etablieren, ohne das dreigliedrige Schulsystem infrage zu stellen“, unterstrich Hiebing. Damit habe Remmers den Nährboden geschaffen, um die Gesamtschule Emsland in Lingen, seinem späteren Wohnort, überhaupt auf den Weg bringen zu können. Die emsländische CDU-Kreistagsfraktion habe vor diesem Hintergrund 1991 geschlossen für ihre Einrichtung gestimmt.

Bernhard Remmers, Sohn des Landesministers, hatte im Namen der Familie zum Ausdruck gebracht, dass eine Umbenennung der Schule ein Zeugnis von großem Respekt gegenüber dem politischen Wirken seines Vaters bedeute. Gleichzeitig wolle er aber vermeiden, dass „in der Heimat von Werner Remmers nun um die Erinnerung an seinen Namen ein politischer Streit geführt“ werde.

„Ohne die von der Opposition losgetretene Diskussion hätte sich die Familie Remmers über die Anerkennung gefreut und für die Schule wäre der neue Name ebenfalls eine hohe Wertschätzung gewesen. Aufgrund der ideologisch geführten Debatte und der Geschichtsklitterung durch Einzelne wollen wir an diesem Punkt mit der Rücknahme des Antrags jede weitere Diskussion im Keim ersticken“,so Hiebing.


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