Große musikalische Vielfalt Tastenzauber mit Tiefgang mit Bernd Budden in Lingen

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Bernd Budden bot Kleinkunst ganz groß im Lingener Professorenhaus. Foto: Lars GöhmannBernd Budden bot Kleinkunst ganz groß im Lingener Professorenhaus. Foto: Lars Göhmann

goeh Lingen. Ein musikalisches Feuerwerk bietet Bernd Budden mit dem Programm „Buddenzauber“, das jetzt erstmals hier in der Region zu erleben war. Und ein besonderes Erlebnis ist es, den Musikkabarettisten gesanglich und am Klavier durch die Vielfalt musikalischer Stile streifen zu lassen und diese mit wortgewandter Lyrik und unterhaltsamem Mienenspiel zu bereichern.

Natürlich verbindet man im hiesigen Emsland den Namen Budden vor allem mit einem – mit Musik! Bernds Bruder Pete (Piano-Pete) ist die Blues-Größe, die viele Menschen von zahlreichen Auftritten kennen. Sein Bruder Thomas ist der im „Untergrund“ arbeitende Studiomusiker, ihre Töchter Marlene (Rock/Pop-Voice) und Anna (Musical) sind längst keine unbekannten Sängerinnen mehr. Und jener gar nicht mehr kleine Paul macht seinem Papa schon ordentlich Konkurrenz an den Tasten. Eine Musikdynastie, diese Buddens – glücklicherweise scheint in ihrer Familiensozialisation künstlerisch ein sehr fruchtbarer Nährboden vorzuliegen.

Nun also Bernd Budden , der bisher dem Emsland nur wenig musikalische Präsenz bot. Sehr bedauerlich, wie allein schon der weit im Voraus restlos ausverkaufte Abend in der Lingener Studiobühne darlegt. Sein Steckenpferd ist die Improvisation, ob bei seinen regelmäßigen Auftritten mit den WDR-erprobten Puppen von Martin Reinl oder als musikalische Ausgangssituation eben jetzt im Solo mit seinen 88 weiß-schwarzen Freunden. Budden, der Tastenzauberer, dessen Programm mit einem Geschichtenpotpourri des Lebens aufwartet, wenn er Schönheits-OPs in Prag besingt, die männliche Midlife crisis oder das Glück im Schrebergarten.

Musikalische Breite

Das Publikum erlebt jedoch keine Aneinanderreihung bloßer Songs, sondern komplexe und tiefgründige musikalische Erzählungen. Seine Texte enthalten stets ein gesellschaftskritisches Augenzwinkern, dazu eine kabarettistische Gesangsstimme mit erstaunlichem Umfang. Dabei wird selbst ein versemmelter Abschlusston – zur großen Begeisterung der Zuhörer – zur ausgiebigen Improvisation mit des Sängers Stimme genutzt.

Buddens blues- und jazzgeprägtes Klavierspiel wird durch eine angenehme Bandbreite musikalischer Stile ergänzt, vom Chanson bis zum Rap-Sound. Seine musikalische Größe stellt er in großer Vielfalt unter Beweis. Ein brillantes Beispiel des dargebotenen Musikgenusses bietet seine pianistisch ausgearbeitete Familienunterhaltung zum leidigen Thema „Kind, was willst du einmal werden?“.

Dieser Abend bot Musikkabarett vom Feinsten und Kleinkunst ganz groß.

Ein Zusatztermin scheint aufgrund der großen Nachfrage dringend notwendig, und über „Buddens in Concert“ sollten die Lingener Veranstalter ohnehin einmal nachdenken.

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