Ensemble aus Neustrelitz Fantasievolle Märchen im Lingener Theater getanzt

Von Meike Blunk


Lingen. Das grandiose Ensemble der Deutschen Tanzkompanie aus Neustrelitz hat im Lingener Theater an der Wilhelmshöhe begeistert. Mit dem von Kirsten Hocke und Oliver Hohlfeld kreierten fantasievollem Märchen „Es war einmal“ hat sie die kleinen und großen Zuschauer gleichermaßen angesprochen.

Die Kompanie verstand es, mit einfachen, aber sehr wirkungsvollen Bühnenmitteln (tolles Bühnenbild von Oliver Opara und wundervoll kreative Kostüme von Julia Mottl) eine fantasievolle und schöne, wie auch spannende Geschichte kindgerecht und mit ausdrucksstarken Choreografien zu erzählen.

Diese im Märchenland stattfindende Geschichte wird von dem magischen Märchenhüter Heinrich erzählt. Auf besondere Weise setzt er bestimmte Märchenfiguren anmutig in Szene. Heinrich möchte die traditionellen Märchen, die in großen alten Büchern zu Hause sind – und sich dann als wunderschöne Bühnenbilder entpuppen – vor nagenden Mäusen, Papierkäfern und Tintenschaben bewahren.

Dabei wird er aber von dem kleinen kecken Wolf ordentlich an der Nase herumgeführt. Dieser erweckt, nachdem er die Schneefee aus ihrer Schneekugel befreit hat, viele bekannte Märchenfiguren neu zum Leben, wirbelt aber aus Lust an der Freud einige spezielle Märchenzutaten kräftig durcheinander. Die goldene Krone, die der Frosch auf so faszinierende Art für die Prinzessin aus dem Brunnen geholt hat, schnappt sich der kleine Wolf und legt sie der bösen Königin in den Korb, die sich mit dem vergifteten Apfel auf den Weg zu dem Haus der sieben Zwerge machen möchte. Den Apfel entfernt der Wolf jedoch aus dem Korb.

Die Sprache der Ensemblemitglieder ist dabei fast ausschließlich ihr Körper und die verschiedenen graziös, leichtfüßig wie auch temporeich ausgeführten Choreografien. Dabei vereinten die jungen Tänzer unterschiedliche Tanzsparten, wie klassisches Ballett oder Modern Dance miteinander und entwarfen so ihren ganz eigenen persönlichen Stil. Mal wurden akrobatische Elemente auf verspielte Art und Weise hinzugenommen, und mal kamen charaktervolle Tanztheatermomente zum Tragen.

Mit viel Humor erzählt

Die Neustrelitzer Tanzkompanie hat gezeigt, dass sie ihr Handwerk versteht. Sie hat die vielfältigen Facetten des Tanzes zeitgemäß und spannend und unter Berücksichtigung eines traditionellen Erzählstiles für ein altersübergreifendes Publikum mit viel Humor und tollen Ideen grandios umgesetzt. Mit sicherem Gespür wurde auf die Musik von Herbert Baumann, Richard Hartley, Gisbert Näther und Waldemar Wirsing gegriffen. Sie diente als lebendiger Klangteppich für die kontrastreiche und farbenprächtige Inszenierung, die mit viel Liebe zum Detail versehen wurde.

So gab es zum Beispiel auch kein Programmheft, sondern ein originelles Lesezeichen, auf dem die Namen der beteiligten Ensemblemitglieder versehen waren. Viele der jungen Zuschauer verließen mit ihm tanzend und summend das Theater.

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