Stallanlagen in Salzbergen-Steide Hält Landwirt in Salzbergen unrechtmäßig Schweine im Stall?

Blick in den Ferkelaufzuchtstall des Landwirts Hermann Hermeling in Salzbergen-Steide. Foto: privatBlick in den Ferkelaufzuchtstall des Landwirts Hermann Hermeling in Salzbergen-Steide. Foto: privat

Salzbergen. Der Naturschutzbund Deutschlands (Nabu) hat den Vorsitzenden des Landvolks im südlichen Emsland, Hermann Hermeling, im Zusammenhang mit der Erweiterung seiner Stallanlagen in Salzbergen-Steide massiv kritisiert. Hermeling wies die Vorwürfe zurück.

Nach Darstellung von Katja Hübner, Mitarbeiterin der Nabu-Regionalgeschäftsstelle in Meppen, hat der Landwirt trotz einer „noch nicht vollziehbaren Genehmigung“ für den Betrieb eines Schweinestalls Tiere eingestallt und damit möglicherweise erhebliche Beeinträchtigungen der Umwelt, insbesondere des nahe gelegenen Flora-Fauna-Habitat-Gebietes (FFH) „Gutswald Stovern“ verursacht. Hübner: „Das Verhalten dieses Landwirts ist ein Schlag in das Gesicht derjenigen Bauern, die sich zurzeit mit großem Engagement um eine Verbesserung des Ansehens der Landwirtschaft in der Bevölkerung bemühen.“

Im vorliegenden Fall hat der Nabu bereits 2013 gegen die Genehmigung des Stalles durch den Landkreis Emsland Klage beim Verwaltungsgericht Osnabrück eingereicht, weil im Genehmigungsverfahren keine Umweltverträglichkeitsprüfung und keine FFH-Verträglichkeitsprüfung durchgeführt worden seien. Die Naturschützer befürchten dabei insbesondere erhebliche Beeinträchtigungen des FFH-Gebietes „Gutswald Stovern“ durch die zu erwartenden Stickstoffemissionen und eine übermäßige Geruchsbelastung der Anwohner durch den Betrieb des Schweinestalls.

Ein Sprecher des Landkreises sagte unserer Redaktin, dass der Schweinemastbetrieb tatsächlich entgegen der noch ausstehenden Genehmigung bereits in Betrieb genommen worden sei. In Kürze sei die Anhörung des Betreibers vorgesehen, um anschließend die weiteren Schritte (zum Beispiel die Verhängung eines Bußgeldes) einleiten zu können.

In einer Stellungnahme von Hermeling heißt es, dass die Aufnahme des Betriebes der Abluftreinigungsanlage und die Einstallung erster Tiere im Rahmen des Probebetriebes erfolgt sei. Dieser Probebetrieb gehöre rechtlich zur Errichtung, die der Landkreis auch trotz der Klage des Umweltverbandes zugelassen habe, und sei erlaubt. Hermeling: „Durch den Probebetrieb der Abluftreinigungsanlage wird bereits jetzt die Immissionssituation gegenüber dem bisherigen Zustand deutlich verbessert . Insbesondere die Geruchsimmissionen im Bereich der Anwohner werden erheblich reduziert.“ Zudem liege der Antrag auf Zulassung des Betriebes trotz der anhängigen Klage seit mehr als zwei Jahren beim Landkreis Emsland. Die Entscheidung hierüber stehe noch immer aus. Dies werde im Rahmen des angekündigten Bußgeldverfahrens zu bewerten sein, gegen das er sich rechtlich zur Wehr setzen werde.

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