Telefonberatung in Lingen Wie kann man Darmkrebs vorbeugen?


Lingen. Rund 100 Personen aus dem gesamten Emsland und der Grafschaft Bentheim und im Alter zwischen 41 und 92 Jahren haben am Mittwochnachmittag die Möglichkeit genutzt, sich von niedergelassenen Ärzten und Krankenhaus-Medizinern aus Lingen, Sögel und Nordhorn telefonisch zum Thema Darmkrebs beraten zu lassen . Am 15. April bietet das Darmkrebszentrum in Lingen zudem eine Vortragsveranstaltung zu diesem Thema an.

„Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern und Frauen. Tückisch ist, dass dieser zwar einfach zu diagnostizieren ist, er im Frühstadium jedoch keinerlei Beschwerden verursacht“, erklärte der Leiter des im Sommer 2014 eröffnetenSommer 2014 eröffnetenDarmkrebszentrums , der Lingener Chefarzt Dr. Christoph Seidlmayer. Vorsorgeuntersuchungen seien daher in diesem Bereich besonders wichtig.

So fragte ein 48-jähriger Mann, dessen Vater mit 63 Jahren an Darmkrebs gestorben ist, wann er sich denn untersuchen lassen sollte. Die Antwort der Experten: „Spätestens zehn Jahre früher, also mit 53 Jahren.“ Leider seien Erkrankungen und Untersuchungen des Darmes aber immer noch ein Tabuthema, über das nicht so gerne gesprochen werde, ergänzte Chefarzt Prof. Dr. Stüber.

Eine 81-jährige Frau klagte über „Bleistiftstuhlgang“ – ihr wurde dringend zu einem Arztbesuch geraten. Und eine 67-jährige Anruferin, deren Vater an Darmkrebs gestorben ist und die selber vor neun beziehungsweise zehn Jahren an Krebs am End- und am Dickdarm operiert worden ist fragte, wann sie sich wieder untersuchen lassen sollte. „Aufgrund der familiären Belastung sollten es kürzere Intervalle als die üblichen fünf bis zehn Jahre sein. Zudem sollte sie auch ihren Geschwistern eine Untersuchung dringend empfehlen.“

Dabei besteht im Gegensatz zu anderen Krebsarten bei Darmtumoren eine sehr gute Vorsorgemöglichkeit, da Darmkrebs meist über gutartige Vorstufen entsteht. „Diese wachsen langsam über mindestens fünf bis zehn Jahre, bevor sie bösartig werden,“ betonte Karsten Wöbking, Facharzt für Innere Medizin in Lingen.

Die sogenannten Polypen können dabei über eine vorbeugende Darmspiegelung (Koloskopie) entdeckt und dann in den allermeisten Fällen im Rahmen derselben Untersuchung entfernt werden. „Wichtiger als Darmkrebs zu heilen, ist ihn zu vermeiden“, betonte Dr. Ralf Meyer, Chefarzt am Hümmling Hospital Sögel. „Die Diagnose ist dabei für viele Betroffene sehr niederschmetternd, aber Darmtumore sind sehr gut behandelbar.“

Etliche Anrufer nutzten auch die Chance, sich vor allem vom Onkologen Dr. Jens Reese und dem Strahlentherapeuten Dr. Afshin Radmard zu anderen Krebsarten und ihre Behandlung beraten zu lassen.

Wer aber noch Fragen zum Darmkrebs hat oder diese lieber persönlich stellen will, ist am 15. April von 19 bis 21 Uhr in den Gemeinschaftsraum des Bonifatius Hospitals in Lingen zu einer Vortragsveranstaltung des Darmkrebszentrums eingeladen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN