Integration will gelernt sein Acht neue Lotsen an der VHS Lingen ausgebildet

Das Team um Jürgen Blohm, Hanna Krüssel und Angelika Roelofs ist sich sicher, dass die neuen Integrationslotsen sich in ihren Gemeinden einbringen werden, so wie es sich das niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration wünscht. Foto: FrankeDas Team um Jürgen Blohm, Hanna Krüssel und Angelika Roelofs ist sich sicher, dass die neuen Integrationslotsen sich in ihren Gemeinden einbringen werden, so wie es sich das niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration wünscht. Foto: Franke

Lingen. Die einhellige Meinung der acht ausgebildeten Integrationslotsen lautet: „Der Kurs hat uns allen gut gefallen. Wir sind begeistert von diesem Projekt.“ Kreisrat Marc-André Burgdorf überreichte ihnen während einer kleinen Feierstunde in der Volkshochschule Lingen die Zertifikate.

Jürgen Blohm, Programmbereichsleiter der VHS, unterstrich, wie wichtig die Kontakte innerhalb der Gruppe gewesen seien. Nun aber heiße es, „die Verbindungen zwischen Ausländern und Deutschen zu knüpfen und dauerhaft zu festigen“, so Blohm.

Vom 3. November bis zum 15. Dezember hatten sich die Frauen und Männer in insgesamt 50 Stunden zu Integrationslotsen ausbilden lassen. Während der umfassenden Basisqualifizierung beschäftigten sie sich mit Themen wie Formen der Zuwanderung, Eingliederungsmodelle, rechtliche Rahmenbedingungen, interkulturelle Kompetenz, Kommunikation, Einsatzstellen und Aufgabenprofil. „Wir haben einen sehr guten Überblick bekommen, jede Menge Input, der für unser Netzwerk wichtig ist“, betont Irina Beliko-Hand.

Die neuen Integrationslotsen kommen aus Deutschland, Polen, Holland, Spanien, Syrien und Ruanda. Für die meisten von ihnen war es anfangs nicht leicht, im Alltag zurechtzukommen, da ihre Deutschkenntnisse relativ gering waren. Die Wohnungssuche, Behördengänge, Briefübersetzungen und Weiteres waren nicht einfach zu erledigende Aufgaben. „Ich habe am Anfang viele Leute getroffen, die mir halfen. Und jetzt möchte ich helfen“, sagt Maria, die in Polen geboren wurde. Allein sei man häufig aufgeschmissen. Die Gemeinschaft sei wichtig. „Wir sind ein Team und haben gut zusammengearbeitet“, unterstreicht Hanna Krüssel als Dozentin dieser Qualifizierungsmaßnahme. Im Projekt WisE (Willkommen im südlichen Emsland) ist sie ebenfalls tätig. Ziel ist es, in allen Gemeinden des Südkreises Gruppen von Integrationslotsen aufzubauen, die vor Ort Zuwanderer unterstützen.

Marc-André Burgdorf betonte als Rechts- und Ordnungsdezernent des Landkreises Emsland, dass die Ausländerbehörde auch als „Willkommensbehörde“ zu verstehen sei. Er danke Jürgen Blohm für das Engagement dieses „Erfolgsmodells“ und den zukünftigen Integrationslotsen, die sich ehrenamtlich einbringen. „Sie sind nah dran an den Menschen und übernehmen eine große Verantwortung, gerade jetzt, wo die Zuwanderungen merklich ansteigen“, betonte der Kreisrat.

Im ländlichen Raum klappe Integration sehr gut, wenn die Menschen mitmachen. Hier gebe es Vereinsleben, den Ortsbürgermeister, die Kirchen, Nachbarn und Integrationslotsen, die „direkt von Mensch zu Mensch helfen“, dankte Burgdorf und überreichte die Zertifikate.


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