Der „Vox-Pop“ kommt an Standing Ovations für Viva Voce in Lingen

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to Lingen. „Halleluja, the king is born today“ – diese Botschaft geht fast unter im donnernden Applaus. Das Publikum im ausverkauften Lingener Theater ist aus dem Häuschen, noch bevor das Quintett „Viva Voce“ mit seinem Weihnachtsprogramm „Wir schenken uns nix“ die Bühne betreten hat.

„Viva Voce“ aus Ansbach gehört zu den erfolgreichsten Vokalensembles im deutschsprachigen Raum. Auch in Lingen haben die Franken eine eingeschworene Fangemeinde, die bei jedem Auftritt das Theater komplett füllt. Was ist das Geheimnis ihres Erfolges? Die fünf Sänger, denen man die gemeinsamen Wurzeln beim Windsbacher Knabenchor anmerkt, haben einen eigenen Stil kreiert, den „Vox-Pop“. Es ist eine besondere Mischung aus mundgemachter Popmusik in ungewöhnlichen Arrangements, die das stimmgewaltige A-cappella-Ensemble mit Witz, Charme, Augenzwinkern, aber auch mit einer gehörigen Portion Ernst und Besinnung darbietet.

„Ich steh an deiner Krippe hier“ in einer Bossa-nova-Version verbindet all die Elemente und ist die absolute Krönung des Konzerts.

Weihnachten steht vor der Tür, und da erwartet das Publikum, dass es auf das Fest eingestimmt wird. „Viva Voce“ entzieht sich nicht der Verantwortung, allerdings nicht unbedingt auf klassische Art und Weise. Besinnliches gibt es durchaus. Wenn „Maria durch ein Dornwald ging“ oder „Zu Bethlehem geboren“ in eigenwilligen, zu Herzen gehenden Arrangements erklingen, David Lugert und Mateusz Phouthavong (MaTe) vom Chor musikalisch untermalt, mit ihren glockenreinen Stimmen den Saal erfüllen, versinkt das Publikum in Andacht und Stille.

Besinnlich und witzig

Doch sie können auch anders. Besinnlicher Gesang wechselt mit humorvoller Moderation und witzigen Liedern wie dem Titelsong „Wir schenken uns nix“ oder „Die Gans im Glück“, beschwingt dargeboten und mit ironischen Choreografien verziert. Jörg Fischer kann mit seinem Mund eine Drummerband ersetzen, der polnischstämmige MaTe singt ein polnisches Weihnachtslied zweisprachig, Heiko Benjes liest mit herrlicher Bassstimme eine Weihnachtsgeschichte von Paul Maar, und Bastian Hupfer beweist sich als Bewegungskünstler. „So muss Weihnachten sein“ singen sie mit riesigen Weihnachtsmützen, unter denen sich kleine Christbäumchen verbergen, und scherzen mit dem Publikum: „Wer hat in diesem Jahr das Versprechen gegeben, wir schenken uns nichts, und wer hält sich daran?“ Das Paar aus Altenlingen, das diese Frage glaubhaft beantwortet hat, bekommt die Weihnachts-CD – Weihnachten ganz ohne Geschenke, das geht doch nicht. Nicht nur mit dieser Geste führen die Sänger den Titel ihres Programms ad absurdum, denn sie schenken dem Publikum einen wunderbaren Abend. Aber auch sie gehen nicht mit leeren Händen. Nach der Show bekommen sie vom Weihnachtsmann auf der Bühne Geschenke. Das Quintett bedankt sich mit mehreren Zugaben, das Publikum mit Standing Ovations.


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