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29.11.2014, 14:12 Uhr ENDE DER NIEDERSACHSENAKTION

Rosens Lebenswerk auf festem Fundament

Ein Kommentar von Thomas Pertz


2011 wurde das neue SOS-Kinderdorf in Mexiko-City mithilfe der Niedersachsenaktion eingeweiht. Foto:Thomas Pertz2011 wurde das neue SOS-Kinderdorf in Mexiko-City mithilfe der Niedersachsenaktion eingeweiht. Foto:Thomas Pertz

Emsbüren. Auch wenn die Niedersachsenaktion für SOS-Kinderdörfer nächstes Jahr zu Ende geht, steht das Lebenswerk von Franz Rosen auf festem Fundament, meint unser Kommentator.

Fast 40 Jahre hat sich Franz Rosen in der Niedersachsenaktion für SOS-Kinderdörfer engagiert. Sie ist sein Lebenswerk. Viele Menschen in der Region haben ihn unterstützt und für die Aktion gespendet. Auch hohe Summen, vor allem aber unzählige kleine Beträge, indem zum Beispiel die Klassenkasse geplündert oder freiwillig auf Taschengeld verzichtet wurde.

Zerbröckelt dieses Lebenswerk nun, wenn es Ende 2015 die Niedersachsenaktion nicht mehr geben wird? Nein. Zu tief sind die Spuren, die Rosen und seine vielen großen und kleinen SOS-Freunde hinterlassen haben. Ob in Osteuropa, Südamerika oder Afrika: Über 80 Familienhäuser stehen dank der jahrzehntelangen finanziellen Hilfe aus der Region auf festem Fundament.

Angesichts des Strategiewechsels der internationalen Hilfsorganisation bleibt aber ein schaler Beigeschmack. Der Charme der Niedersachsenaktion bestand ja gerade darin, kein schnöder Geldsammelverein zu sein, sondern sich über die Einzelprojekte immer auch mit den Ideen von Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner auseinanderzusetzen. Ob das über die Callcenter von SOS-Kinderdorf im „Kundengespräch“ genauso überzeugend gelingt? Es bleibt zu hoffen, denn sonst blieben jene auf der Strecke, die Franz Rosen –und nicht nur ihm – immer am Herzen lagen: Kinder, die in Not sind und Hilfe brauchen.


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