Zwölf Schaufensterpuppen „erzählen“ Ausstellung in Lingen: Mit Mut gegen häusliche Gewalt

Von Selina Sprick

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lingen. Unter häuslicher Gewalt müssen manche Menschen täglich leiden, auch in dieser Region. Darauf soll die Wanderausstellung „Angst trifft Mut“ im Eingangsbereich des Gesundheitszentrums Medikus Wesken bis zum 10. Dezember aufmerksam machen.

Aufgebaut sind zwölf Schaufensterpuppen in bunten Kleidern. Sie stehen stellvertretend für Frauen, die lange Zeit häuslicher Gewalt ausgesetzt waren und sich schließlich davon befreien konnten. „Ich konnte kaum Deutsch und wollte mich zu einem Sprachkurs anmelden. Dafür wurde ich verprügelt. Ich sollte mich allein um den Haushalt kümmern und meinen Mann jederzeit bedienen“, schildert Türkin Elif ihre Probleme mit ihrem Ehemann auf einer Informationstafel.

Die 48-jährige alleinerziehende Susanne weiß hingegen nicht, wie sie mit ihrem 20-jährigen Sohn umgehen soll: „Er hält sich nicht an Regeln, ist aggressiv gegen andere, widerspricht ständig und scheint auf der Suche nach Streit zu sein. Es gab wegen ihm eine Schulkonferenz nach der anderen und Beratungen durch das Jugendamt. Aber genutzt hat das nichts, eigentlich wurde es immer schlimmer.“

Mit der Ausstellung „Angst trifft Mut“ möchte der Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ in Lingen die Öffentlichkeit für das Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder sensibilisieren. Denn auch in Lingen sind laut Lingens Erstem Stadtrat Stefan Altmeppen jährlich etwa 50 Frauen und Kinder von häuslicher Gewalt betroffen.

„Wir Ärzte sind oft als erste mit den Folgen häuslicher Gewalt konfrontiert“, erläuterte Dr. Martin Kruse von der Ärzteschaft. Deshalb sei as Ärztehaus ein passender Standort für solch ein ernsthaftes Thema, unterstrich der Mediziner.

Weitere Nachrichten aus Lingen finden Sie unter www.noz.de/lingen


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN