Rückzugsgebiet für seltene Arten Förster: Nordhorn-Range ist ökologisch wertvoll

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Als ökologisch wertvoll wertet der Revierförster Andreas Weltring die Nordhorn-Range. Foto: Ludger JungeblutAls ökologisch wertvoll wertet der Revierförster Andreas Weltring die Nordhorn-Range. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Andreas Weltring vom Bundesforstbetrieb Niedersachsen ist als Revierförster auch für das Gelände von Nordhorn-Range zuständig: „Es ist erwiesen, dass militärische Liegenschaften wie die Range, die nur extensiv bewirtschaft werden, ökologisch äußerst bedeutungsvoll und wertvoll sind“, erklärt er.

So seien auf Nordhorn-Range Vogelarten zu finden, die in der freien Landschaft sonst eher selten vorkämen. „Dazu zählen der Ziegenmelker , die Heidelerche , Baumfalken oder der Neuntöter .“

Auch der Wald profitiert von den Anforderungen des Übungsplatzes. „Eine gut 3,3 Hektar große Fläche ist dieses Jahr von Munitionsaltlasten geräumt worden. Wir nutzen die Chance, dort einen naturnahen Mischwald mit Eichen und Buchen hinzusetzen.“ Bislang stehe dort ein reiner Nadelwald mit nahezu gleichaltrigen Bäumen. „Diese sind so hoch geworden, dass sie die Sicht von einem Beobachtungsturm auf ein Zielfeld behindern“, erläutert Weltring die militärische Forderung, den Wald abzuholzen. „Unter forstwirtschaftlichen Gesichtspunkten würden wir das noch nicht tun.“ Jetzt blieben dort nur wenige stärkere, aber niedrigere Bäume aus dem ursprünglichen Bestand stehen. „Unter Umwelt- und Naturschutzaspekten wird der neue Wald vorteilhafter sein als der bisherige“, betont der Förster.

Gedanken macht sich Weltring über die aus Nordamerika stammende und in den 1950er- und 60er-Jahren künstlich auf dem Gelände eingebrachte Traubenkirsche. „Diese vermehrt sich unkontrolliert und macht alles andere kaputt. Da hilft nur rausrupfen und freischneiden.“ Bei dieser Arbeit unterstützt auch die Bundeswehr, wie Major Hajo Neue, Platzkommandant von Nordhorn-Range, versichert. „Wir bekämpfen die Traubenkirsche bei den Pflegearbeiten auf dem Platz ebenfalls.“

Es wird noch einige Jahre dauern, bis die Traubenkirsche in dem in Kürze neu angelegtem Wald keine Chance mehr haben wird. „Wenn die Bäume erst hoch genug sind, kriegt die Traubenkirsche nicht mehr genug Licht. Und Lichtentzug hilft“, so Weltring.

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