Bericht über Grünanlagen Bäume in der Stadt Lingen stehen „recht gut“ da

Von Burkhard Müller

Der Borkensplintkäfer hat die Säuleneiche (links) in der Poststraße so geschädigt, dass sie entnommen werden muss. Foto: Burkhard MüllerDer Borkensplintkäfer hat die Säuleneiche (links) in der Poststraße so geschädigt, dass sie entnommen werden muss. Foto: Burkhard Müller

Lingen. Auch wenn in diesem Jahr rund 83 Bäume aus den städtischen Grünanlagen entnommen werden mussten, sieht es insgesamt um die rund 15000 städtischen Bäume an Straßen und Grünanlagen „recht gut“ aus.

Zu diesem Ergebnis kommt Gärtnermeister Horst Feltrup vom Bauhof Stadt Lingen, der im Umweltausschuss der Stadt über den Zustand der Grünanlagen und Baumpflegemaßnahmen in diesem Jahr berichtete.

Feltrup erläuterte in seinem Vortrag, dass es bei der Entnahme der Bäume nicht immer um so mächtige Buchen wie an der Wilhelmshöhe gegangen sei, sondern auch um kleinere Bäume, wie etwa die Säuleneiche in der Poststraße. Diese habe der Borkensplintkäfer so geschädigt, dass „leider“ nur noch eine Entnahme möglich gewesen sei. Selbstverständlich werde aber für jede Entnahme ein neuer Baum nachgepflanzt – entweder an derselben oder an anderer Stelle.

Auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Karl Storm, ob es größere Einsätze gegen den Eichenprozessionsspinner gegeben habe, erklärte der Leiter des Bauhofes, Christian Schulte, dass man nur einige kleinere Einsätze in der Sache gefahren habe. Bei größeren Vorkommen würde eine externe Firma beauftragt, die über entsprechende Sicherheitskleidung verfüge.

Besondere Aufmerksamkeit in dem Vortrag von Feltrup zur naturnahen Pflege von Grünflächen galt der „Tübinger Mischung“. Sie verwandelt monotone Grünflächen durch Schnell- und Frühblüher in blühende Flächen, ist zudem ein idealer Weideplatz für Bienen und bietet im Herbst den Vögeln Nahrung.

Viel Arbeit für den Bauhof habe der relativ nasse Sommer bei der Unkrautbekämpfung gekostet, sagte Feltrup. Wegen des vielen Regens habe man nicht immer zeitnah arbeiten können, was aber im Ausschuss nicht beanstandet wurde. Ganz im Gegenteil: Einstimmig wurde die Meinung vertreten, dass der Bauhof qualitativ „wirklich gute Arbeit“ leiste.

„Chemische Keule“

Abschließend gab der Gärtnermeister zu verstehen, dass der Eichensplintkäfer in den kommenden Jahren vermehrt Probleme bereiten werde. Der nur bis zu 3,5 Millimeter kleine Käfer werde für das Sterben vieler Eichen verantwortlich gemacht. Auf die Frage von Martin Koopmann, ob man diesem Käfer nicht mit der „chemischen Keule“ Herr werden könne, antwortete Feltrup, dass das bis dato noch nicht ausprobiert worden sei. Zurzeit würden die Bäume mit Jutelappen „bandagiert“, um dem Käfer ein Vorwärtskommen zu erschweren.

Für parteiübergreifenden Ärger im Umweltausschuss sorgte eine „Kommunikationsübung zwischen Bund und Ländern“ in Sachen „Gau-Test beim KKE“ im vergangenen Jahr in Lingen. Weder die Stadt Lingen noch der Landkreis Emsland hätten von dieser Übung gewusst, obwohl doch gerade die Behörden vor Ort davon hätten unterrichtet werden müssen, kritisierten die Ausschussmitglieder.

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