Thema Innenentwicklung Sparsamer Umgang mit Flächen in Lingen als Ziel

Von Burkhard Müller

Diskutierten mit rund 120 Bürgern die Innenentwicklung der Stadt Lingen: Lothar Schreinemacher, Dieter Krone und Hartmut Welters (von links). Foto: Burkhard MüllerDiskutierten mit rund 120 Bürgern die Innenentwicklung der Stadt Lingen: Lothar Schreinemacher, Dieter Krone und Hartmut Welters (von links). Foto: Burkhard Müller

Lingen. Die Innenentwicklung der Stadt Lingen geht jeden an. Und das haben sich wohl auch rund 120 Bürger gedacht, die am Mittwochabend den Weg in das IT-Zentrum gefunden haben, um mit Oberbürgermeister Dieter Krone, Stadtbaurat Lothar Schreinemacher und Hartmut Welters zu diskutieren. Welters kommt vom Planungsbüro „Post und Welters“ aus Dortmund, das zusammen mit der Stadt Lingen einen Entwurf zur Innenentwicklung erarbeitet hat.

Hinter dem Wort Innenentwicklung steht die Strategie, den künftigen Flächenbedarf durch die Nutzung bereits erschlossener Flächen zu decken und auf die Ausweisung von Flächen auf der „grünen Wiese“ möglichst zu verzichten.

In seiner Begrüßung machte Oberbürgermeister Dieter Krone vorab deutlich, dass eine Innenentwicklung auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels notwendig sei. „Wir brauchen eine Durchmischung bestehender Wohngebiete, weil sonst unsere Infrastruktur bröckelt“, betonte Krone.

Dennoch sollten auch neue Baugebiete ausgewiesen werden können, wenn ein Bedarf vorherrsche, so Krone. „Aber wir müssen darauf achten, die Balance zwischen Innenentwicklung und der Ausweisung neuer Baugebiete zu halten“, gab der Oberbürgermeister die zukünftige Richtung vor.

Welters erläuterte eingangs, dass auch der Flächenverbrauch in Niedersachsen und dem Emsland „endlich“ sei und man sich vor dem demografischen Hintergrund jedes Mal vergewissern müsse, ob eine Neuausweisung von Bauland wirklich notwendig sei. „Wofür und wie viel ist eine Frage, die immer wieder zu stellen ist,“ erläuterte Welters.

Als Vorteile einer Innenentwicklung nannte der Architekt und Stadtplaner kurze Wege, eine gute Versorgung und eine gut sortierte Infrastruktur. Daneben garantierte dieser Weg den Erhalt von Frei- und Naturräumen. Ferner ließe sich erkennen, dass große Grundstücke um 1000 Quadratmeter immer seltener nachgefragt würden, weil in diese zu viel Pflege investiert werden müsse.

Als Möglichkeiten einer Innenentwicklung nannte der Experte dass Auffüllen von Baulücken, seitliche und rückwärtige Ausbauten oder den Ersatz älterer Gebäude durch Abriss oder Sanierung.

„Wir haben uns von außen Ihre Stadt angesehen und dabei zehn Quartiere herausgefiltert, in denen eine Innenentwicklung möglich sein kann. Das alles natürlich ausschließlich auf freiwilliger Basis und einer individuellen Beratung“, betonte Welters.

Vonseiten der Bürger hieß es, dass es bei einer Nachverdichtung in bestehenden Wohngebieten in Sachen „Maßstäblichkeit“ viel zu kritisieren gäbe. Die neuen Häuser orientierten sich kaum an der bestehenden Bausubstanz, sondern seien deutlich größer. Hier versprach die Verwaltung, Abhilfe zu schaffen und auch in Zukunft keine individuellen Entscheidungen mehr zu treffen, sondern eine, die für ein ganzes Quartier Gültigkeit habe.

Die Verwaltung versprach abschließend, an die Eigentümer der bei einer Innenentwicklung infrage kommenden Grundstücke heranzutreten, um mit ihnen „gemeinsam“ nach Möglichkeiten zu suchen, die einer Innenentwicklung gerecht würden. Schreinemacher: „Aber eben alles nur auf freiwilliger Basis.“

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